Marmeladenzauber

Es geht ans Eingemachte

Ein bisschen Show gehört zum Geschäft dazu, findet Dennis Stolte. Als man ihn fragte, ob er für ein Live-Cooking nicht in der Küche, sondern im Einkaufsmarkt zum Kochlöffel greifen wolle, da lautete seine Antwort: Bin dabei! Würde er auch in Montur eines Magiers vor der Kundschaft auftreten? Na klar! Also rührte er mit Zylinder auf dem Kopf, Umhang über den Schultern und in eleganten Handschuhen im großen und dampfenden Kochtopf frische Marmelade an – sehr zur Freude der Kunden, die seinen frischen Brotaufstrich gläserweise zur Kasse trugen. „Im Markt nennt man mich seitdem nur noch: der Zauberer“, erzählt Dennis Stolte lachend.

Dennis Stolte von Marmeladenzauber
Dennis Stolte von Marmeladenzauber (c) WMG Wolfsburg, Foto: Sylvia Kalowski

Mit seinen Kochkünsten hat Dennis Stolte es weit gebracht. Seine Marmelade ist in den Regalen großer Lebensmitteleinzelhändler wie REWE, EDEKA und familia zu finden und bereichert das Sortiment von Läden, die weit über die Region hinaus beheimatet sind. Sogar auf Pellworm habe er Kunden, sagt der Geschäftsführer der Fruchtich GbR. Das Besondere an seiner Marmelade: „Wie bei Oma früher: Alles wird in Handarbeit hergestellt.“ Ist die Nachfrage groß und sind die Ladenregale leer, füllt er in seiner Kochküche in Neindorf täglich bis zu 500 Gläser ab.

Angefangen hatte alles mit einem Fernsehbericht über eine kleine Marmeladen-Manufaktur. „Da kam mir der Gedanke: Das kann ich auch“, erinnert sich Dennis Stolte, der seinerzeit seine ersten handgemachten Fruchtaufstriche auf dem Bauernmarkt verkaufte und dort in seinem Vorhaben bestärkt wurde. „Das Feedback war sehr positiv.“

Seitdem geht es ans Eingemachte: Mit Unterstützung seiner Mutter Christa püriert, rührt und kocht der 48-Jährige, was das Zeug hält. Die Früchte hängen vor der Haustür: Mirabellen und Pflaumen kommen aus seinem Garten, die Quitten vom Nachbarn und die Erdbeeren von den Feldern der Region.

Nicht nur die Zutaten sind in den Gläsern, sondern auch Dennis Stoltes Leidenschaft, den Kunden ein fruchtiges Erlebnis zu bescheren. „Schon als Kind habe ich die leckersten Kirschen vom Baum gepflückt, sie den Leuten im Ort gebracht und so mein Taschengeld aufgebessert. Das hat mir großen Spaß gemacht.“

Bestseller in seinem Sortiment ist, na klar, die Erdbeermarmelade. Seiner Fantasie lässt er in weiteren Sorten freien Lauf, darunter Kiwi-Birne, Mirabelle-Apfel und Kirsche-Ingwer. „Das A und O ist ein hoher Frucht- und geringer Zuckeranteil. Dabei versuche ich, immer noch einen draufzusetzen“, erklärt er sein Erfolgsrezept. So ist seine Drei-Schichten-Marmelade mit Bratapfel, Winterpflaume und Weihnachtsorangen nicht nur für den Magen, sondern auch fürs Auge gedacht. „Aus den Farben ergibt sich die Deutschland-Flagge im Glas.“ Auch Spirituosen zählen zu seinem Angebot, etwa Pfirsich- und Kirschwein oder Eier- und Ingwerlikör.

Seine beiden Wünsche für die nahe Zukunft: Im Sommer möchte er eine Verkaufshütte in Neindorf aufstellen, die ein echter Hingucker wird, seine Produkte präsentiert und den Umsatz weiter ankurbelt; für den Winter hat er sich den Wolfsburger Weihnachtsmarkt ausgeguckt, um dort seinen Waldbeeren-Glühwein zu kochen und auszuschenken. Wichtig ist ihm, sich über sein Unternehmenswachstum Gedanken zu machen, um mit der guten Nachfrage Schritt halten zu können. Im Prinzip schultere er alle Aufgaben und Tätigkeiten alleine, sagt er – zumindest noch. „Weil ständig neue Märkte hinzukommen, brauche ich mittelfristig Personal. Ansonsten hätte ich bald mein Limit erreicht.“

Selbstverständlich kennt ein Zauberer allerlei Tricks, doch die behält er besser für sich. Eine gute Empfehlung aber gibt Dennis Stolte preis. Wer Lust und Laune habe, der solle selbst die eigenen Kochkünste unter Beweis stellen. „Erst dann weiß man wirklich, wie viel Arbeit in einem Glas Marmelade steckt.“

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Mehr Infos findest du unter: www.marmeladenzauber.de

Beitragsbild: Dennis Stolte etikettiert seine Marmeladengläser (c) WMG Wolfsburg, Foto: Sylvia Kalowski

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