Der vergiftete Kater und andere Märchenmaschinen

Wie funktioniert Klein-Reinholds wunderbare Würstchenmaschine? Was passiert in Wandas Werkstatt? Und was hat es mit dem vergifteten Kater auf sich? Fragen über Fragen! Die entsprechenden Antworten gibt eine neue Ausstellung im phaeno.

30 Automaten und Märchenmaschinen haben in diesen Tagen Einzug ins phaeno gehalten. Die mechanischen Kunstwerke sind Exponate der Sonderausstellung „Der vergiftete Kater … und andere Märchenmaschinen“. Allen gemeinsam ist der einzigartige englische Humor, der in die Werke eingeflossen ist.

Märchenmaschine der vergiftete Kater
(c) Cabaret Mechanical Theatre

Auch die Bauweise der wundersamen mechanischen Maschinen ist immer ähnlich: Die beweglichen Holzfiguren im oberen Bereich stehen für ein Märchen. Im unteren Teil befinden sich die Mechanismen, die den Figuren Leben einhauchen. Im Fall des vergifteten Katers – Originaltitel „Poisoned Milk“ – bringen die Ausstellungsbesucher*innen das Tier per Knopfdruck mit einer Holzkurbel in Bewegung.

Neben bekannten Märchenfiguren wie Hänsel und Gretel bevölkern fantasievolle Wesen die Ausstellung: Eine kleine Riesenkrake ist nach Wolfsburg gereist, Pegasus und Meerjungfrauen sowieso. Außerdem spielen ein hüpfender Schakal und die Piranhas des Orinoco eine Rolle in den Märchen, die Automatenbauer*innen aus England erdacht haben.

„Der schwarze englische Humor findet sich in allen Exponaten wieder. Trotzdem sind sie kindgerecht und entlocken allen Menschen am Ende ein Schmunzeln“, sagt Dominik Essing vom phaeno. Ihm hat es Klein-Reinholds wunderbare Würstchenmaschine besonders angetan. Die Maschine nimmt das Märchen „König Nussknacker und der arme Reinhold“ des Struwwelpeter-Autors Heinrich Hoffmann auf.

Spagettiefresser
Spaghettiefresser
(c) Janina Snatzke

Klein-Reinholds Würstchenmaschine wurde ebenso wie der vergiftete Kater und viele andere Märchenautomaten von Paul Spooner erdacht und umgesetzt. Seine und die Arbeiten anderer Künstler*innen sind unter dem Dach des Cabaret Mechanical Theatre in London vereint, das die Ausstellung zusammengestellt hat.

Begleitend zur Ausstellung gibt es zehn Exponate, mit denen man selbst die Funktionsweise der Automaten nachvollziehen kann. Die Arbeitsweise von Zahnrädern, Kraftübertragung, Hebelfunktionen und die Verwandlung von Drehung in Vorwärts- und Rückwärtsbewegungen werden hier thematisiert. Denn wie gewohnt bleiben im phaeno keine Fragen offen, wenn es um die Physik geht. In einem offenen Labor können Besucher*innen selbst Automaten aus Pappe herstellen. Zusätzlich lädt eine große Gemeinschaftsmaschine dazu ein, selbsterdachte Märchen aufzubauen und mit Leben zu füllen.

Tanzende Märchenmaschine
Tanzende Märchenmaschine

Und was passiert nun mit dem milchschleckenden Kater? Ihm quellen nach kurzem Genuss die Augen aus dem Kopf, er bricht zusammen und steht auf wundersame Weise wieder auf.

BZ

 

Die Ausstellung ist vom 16. November 2019 bis 16. Februar 2020 zu sehen.