Eine kleine Infotafel mit der Nummer 24 steht vor einem Strauch am Heckenlehrpfad. Die Tafel erklärt die Rolle der Hasel als „Kinderstube der Insekten“.

Der Wolfs­burger Heckenlehrpfad

Ein kurzer Weg – mit langem Lerneffekt

Hecke? Ernsthaft?“, fragt mein Sohn, als ich den Ausflug ankündige. Zugegeben, das klingt erstmal nicht nach großem Abenteuer. Im Vergleich zu Wald, See oder Blühwiese wirken Hecken eher unscheinbar. Aber genau das macht mich neugierig: Was steckt wirklich hinter dem, was wir oft nur für „ein paar Büsche“ halten?

Im Kerksiek, zwischen Fallers­leben und Ehmen, ganz in der Nähe des Regen­rück­hal­te­be­ckens, liegt der Wolfs­burger Hecken­lehr­pfad. Dort wollen wir heute die Natur einmal von ihrer stillen Seite kennen­lernen. Rucksack auf – und los geht’s.

29 Stationen – und überall was zu entdecken

Was uns gleich auffällt: Der Hecken­lehr­pfad ist gar nicht lang – genau richtig für kleine Entdecker. Der Rundweg dauert nur ein paar Minuten, aber unterwegs gibt es an vielen Stellen etwas zu sehen, zu lesen oder zu erkunden. Lange­weile? Fehlanzeige.

Entlang des Pfads stoßen wir auf zahlreiche Infor­ma­ti­ons­ta­feln – am Ende zählen wir 29 Stück. Vieles, was in einer Hecke passiert, ist auf den ersten Blick kaum zu erkennen. Die Tafeln helfen, genauer hinzu­sehen: Welche Tiere leben hier? Welche Pflanzen wachsen zwischen den Sträu­chern? Und warum ist das alles wichtig für die Natur?

Fasan oder Krähe: Quiz mit Federn

Wir nehmen uns die Freiheit, nicht bei Tafel Nummer eins zu beginnen, sondern mitten­drin – mit einem kleinen Quiz, bei dem Federn der Elster, des Fasans und der Raben­krähe zugeordnet werden sollen.

So wie wir uns nun im Winter seltener draußen aufhalten, suchen auch viele Vögel die Hecken auf – als Schutz vor Kälte, Wind und Feinden. Von wegen „nutzloses Gestrüpp“. Genau so haben wir es gesagt – und lagen ziemlich daneben.

Hallo Hecken­rose – schön, dich endlich zu sehen

Irgendwie hat es uns die Hecken­rose angetan. Dabei merken wir schnell: Sie ist eigent­lich weit verbreitet – wir haben sie nur nie wirklich wahrge­nommen. Wahrschein­lich sind wir schon etliche Male achtlos an ihr vorbei­ge­laufen, ohne zu wissen, wie sie heißt.

Heute ist das anders. Wir nehmen uns Zeit, schauen genauer hin – und sind überrascht: Selbst jetzt, mitten im Dezember, hängen noch Hagebutten an ihren Zweigen. Leuchtend rot – und irgendwie total offen­sicht­lich. Wir fragen uns, wie uns das so lange entgangen ist.

Eine dichte Hecke voller leuchtender roter Beeren, vermutlich Wildrosen oder Weißdorn. Rechts davon steht eine Infotafel mit der Nummer 12 auf einem Holzpfosten.
Eine dichte Hecke voller leuch­tender roter Beeren, vermut­lich Wildrosen oder Weißdorn. Rechts davon steht eine Infotafel mit der Nummer 12 auf einem Holzpfosten.

Die Hagebutte: hübsch, nahrhaft – und juckend

Die sehen aus wie kleine Weihnachts­ku­geln!“ – Ja, stimmt. Die Hagebutte ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch nützlich – besonders in den kalten Monaten. Vögel picken sie direkt vom Strauch. Auch Hasen und andere Wildtiere nutzen sie als Futterquelle.

Die juckt …“, ruft eines der Kinder und hält eine halb geöffnete Hagebutte hoch – mit einem schel­mi­schen Blick, als hätte es gleich etwas vor. Ich muss lachen: Die feinen Härchen im Inneren galten früher als Geheim­waffe auf dem Schulhof – als Juckpulver. Also besser etwas Abstand – und weiter zur nächsten Station.

Hecke heißt: Immer was los – egal wann

Eine Hecke ist ständig im Wandel – das war uns vorher gar nicht so klar. Im Frühling wird hier alles grünen und blühen, im Sommer summt es zwischen den Blättern, und im Herbst reifen wieder Früchte. Egal zu welcher Jahres­zeit: Eine Hecke hat immer etwas zu bieten.

Nicht nur die Hecken­rose, sondern auch Weißdorn, Holunder, Mispel und Hasel – plötzlich nehmen wir viel mehr Sträucher bewusst wahr. Und ganz nebenbei stellen wir fest: Viele dieser Pflanzen tun auch uns Menschen gut. Stichwort: Naturapotheke.

Fortset­zung folgt: Wir kommen wieder

Aber wir wollen nicht zu viel verraten. Nur so viel: Einfach mal hingehen – und sich vom Wolfs­burger Hecken­lehr­pfad selbst überra­schen lassen. Wir dachten erst, das wird nur ein kurzer Spazier­gang. Am Ende haben wir richtig viel gelernt.

Wir nehmen uns jeden­falls vor, wieder­zu­kommen. Irgend­wann, wenn es wärmer ist. Mal sehen, was wir dann entdecken.

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