Die Gas-Show kommt zurück

Dichter Nebel mitten im Sommer und mitten in Wolfsburg – das Phaeno legt die Gas-Show neu auf. Mit Trockeneis und flüssigem Stickstoff werden wissenschaftliche Mitarbeiter in den Schulferien für Abkühlung sorgen und die Staubsaugerkanone zum Einsatz bringen.

Die Ränge des Wissenschaftstheaters füllen sich mit Kindern und Erwachsenen. Aufgeregtes Stimmengewirr empfängt den phaeno-Mitarbeiter, der nun die Arena betritt. Er hält eine Kerze an einen über der Bühne schwebenden Luftballon. Es knallt und gibt eine helle Stichflamme. Nun gehört dem „phaeno-Man“, der an diesem Tag die Gas-Show macht, die ganze Aufmerksamkeit der 200 Zuschauer.

„Die Mitarbeiter sind schon total heiß auf die Show. Sie macht Spaß und das Publikum liebt die Effekte“, sagt phaeno-Mitarbeiter Davy ­Champion. Die Gas-Show steht in regelmäßigen Abständen auf dem Programm und ist doch nie dieselbe. Die Ausstellungsmacher unterwerfen die älteste Vorstellung des Phaeno einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Einige neue Elemente sind also immer dabei, wenn die Gas-Show wieder ins Theater kommt.

Auch wenn Davy Champion heute noch nicht genau weiß, welche Experimente die neueste Vorstellung enthalten wird, so stehen die Haup­t­akteure doch fest: Wasserstoff, Helium, Stickstoff, Kohlendioxid und Luft werden tragende Rollen spielen. Und obwohl der Name der Gas-Show dies nicht vermuten lässt, experimentieren die Wissenschaftler im phaeno besonders gerne mit flüssigem Stickstoff und Trockeneis, also ge­frorenem Kohlendioxid.

Trockeneis ist verantwortlich für die eingangs erwähnte Nebelbildung. In Verbindung mit warmem Wasser gelingt es dem „phaeno-Man“, die komplette Bühne einzunebeln. Wenn dann noch Seifenblasen ins Spiel kommen, entsteht ein poetischer Effekt, bei dem es selbst Ausstellungsmacher Davy Champion ganz romantisch zumute wird.

„Die Show ist visuell sehr stark und entbehrt nicht einer gewissen Ästhetik“, sagt er. Doch die Effekte alleine machen die Gas-Show nicht aus. Präsentiert wird eine Mischung aus Unterhaltung und naturwissenschaftlichen Prinzipien. Die Phaeno-Mitarbeiter stellen die Eigenschaften der verwendeten Gase in den Fokus. Sei es nun das hohe spezifische Gewicht von Kohlendioxid oder die verblüffende Kraft der Luft, die das Geschoss aus der Staubsaugerkanone antreibt. Sie erklären, warum ­flüssiger Stickstoff leicht überkocht und wie ein aufgepusteter Luftballon quasi verschwinden kann.

Das Publikum verlässt das Wissenschaftstheater nach 30 ­Minuten schlauer – sowohl auf dem Gebiet der Physik als auch der Chemie. Und das, obwohl Ferien sind.

BZ