Handball in Ehmen: Eine 30-jährige Erfolgsgeschichte

SEIT 30 JAHREN GIBT ES DEN HSC EHMEN, DER SICH FAST AUSSCHLIESSLICH AUF HANDBALL KONZENTRIERT UND EINE ERFOLGSGESCHICHTE VORZUWEISEN HAT: SO GUT WIE DER HSC STEHT KEIN ANDERER WOLFSBURGER VEREIN IM JUGENDHANDBALL DA. FRAGT SICH, WIE HABEN DIE EHMENER DAS GESCHAFFT?
Moritz Müller

Für den 17-jährigen Moritz Müller ist es der Zusammenhalt, der den großen Reiz des HSC Ehmen ausmacht. „Man kann beim Handball und speziell in unserem Verein ziemlich leicht Freundschaften schließen – weil Handball ein Teamsport ist und wegen der vielen Veranstaltungen nebenbei.“ Seit elf Jahren spielt Müller in Ehmen, nächste Saison mit der A-Jugend in der Landesliga. Das ist nach Bundesliga und Oberliga die dritthöchste Jugendliga – somit ist bereits die Qualifikation für die Landesliga ein toller Erfolg. Auch die männliche B-Jugend hat das in diesem Jahr geschafft.

Jeden Montag und Donnerstag trainiert Moritz mit seinen Teamkameraden in der Ballsporthalle Mörse und versucht, noch besser im Handball zu werden. Um richtig gut zu sein, muss jahrelang – am besten ab einem Alter von fünf oder sechs Jahren – viel geübt und geschwitzt werden. Allein eine der wichtigsten Regeln zu beachten, ist eine motorisch-koordinative Herausforderung: Hat ein Spieler den Ball, darf er diesen nur drei Schritte oder drei Sekunden lang in der Hand halten. Dann muss er ihn auf den Boden prellen, zu einem Mitspieler passen oder aufs Tor werfen. Das ist gar nicht so einfach. Zumal, wenn dazu die gegnerischen Spieler mit vollem Körpereinsatz versuchen, einem den Ball wegzunehmen und noch andere Regeln,
wie das Nicht-Betreten des Sechs-Meter-Torkreises beachtet werden müssen.

Auf die Frage, was Handball für ihn so besonders mache, antwortet Moritz: „Die Schnelligkeit und Dynamik. Es passiert viel mehr als zum Beispiel im Fußball. Es fallen auch deutlich mehr Tore.“ Im Vergleich zum Handball finde er Fußball ziemlich langweilig. Und: „Wir müssen nicht bei Wind, Regen oder Schnee draußen spielen, sondern haben in der Halle immer eine Decke über dem Kopf“, ergänzt der 17-Jährige schmunzelnd. Peter Kassel, 1. Vorsitzender des HSC Ehmen, ist ebenfalls begeistert von der Ballsportart und sagt sogar: „Es tut mir für jeden leid, der sich diesen Spaß entgehen lässt und sich nicht für Handball interessiert.“ Natürlich seien alle Interessierten herzlich eingeladen, beim HSC Ehmen vorbeizuschauen und sich selbst ein Bild zu machen.

Dabei hat der HSC bereits seit Jahren regen Zulauf und kann mit Stolz in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiern. Der Verein scheint mehr als gut für die Zukunft gerüstet und kann aktuell die beachtliche Anzahl von 18 Teams vorweisen. Allein in der Jugend, also von den Minis bis zur A-Jugend, sind es insgesamt 12 Mannschaften. „Mehr Kinder und Teams können wir eigentlich kaum noch aufnehmen“, sagt Jugendwartin Kerstin Geffers. Die verfügbaren Zeiten für Training und Spiele insbesondere in der Ballsporthalle Mörse seien komplett belegt. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass die vielen Spieler eigentlich ein Luxusproblem sind, von dem andere Vereine nur träumen: Nachwuchssorgen kennt der HSC nicht.

Bei der Frage, warum Handball in Ehmen so ein großer Erfolg ist, muss Kassel nicht lange überlegen: „Wir trainieren und spielen nicht nur zusammen, wir machen darüber hinaus viele andere, gesellige Dinge.“ So veranstaltet der HSC seit Langem gemeinsames Grillen, Kegelabende, Grünkohl-Boßeln, Skat-Turniere, Freibad-Besuche, Halloween-Partys oder Public Viewing während einer Fußball-Weltmeisterschaft. Ort des Geschehens ist dabei oft das Vereinsheim im Ehmener Wasserturm, wo sich am Wochenende Handball-Begeisterte auch die Live-Übertragungen der Handball-Bundesliga im Fernsehen ansehen können.

Das hört sich sehr vielseitig an, was der HSC zu bieten hat – es ist aber noch nicht alles. Insbesondere für den Jugendbereich macht der Verein viel. Neben einer Handball-AG in der Grundschule Ehmen wird seit 2012 alljährlich zum Ende der Sommerferien eine Fahrt zu einem mehrtägigen Jugend-Handballcamp angeboten. Hinzu kommen jedes Jahr am Wochenende nach Pfingsten die „Tage der Ehmener Handball-Jugend“: Ein großes Jugendhandball-Turnier auf dem Ehmener Sportplatz, das bereits seit 40 Jahren veranstaltet wird und mit rund 70 Mannschaften zu den größten Turnieren der Region zählt. „Wir hatten schon Teams aus Hessen, Berlin oder Sachsen-Anhalt als Teilnehmer“, sagt Kassel.

Der Vorsitzende Kassel ist hörbar stolz auf das Turnier, genauso wie auf die Mitglieder-Situation. „Mit 450 Mitgliedern sind wir allein auf den Handball bezogen sehr groß.“ Diese positive Entwicklung war vor 30 Jahren, als sich die Handballsparte des TSV Ehmen ausgliederte und den HSC gründete, nicht abzusehen. Viele Ärmel mussten hochgekrempelt werden, die Ehrenamtlichen im Vorstand haben hart für den Erfolg gearbeitet. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Die Vorstandsarbeit bedeute einen enormen Zeitaufwand, sagt Geffers: „Für mich ist das fast ein Halbtags-Job.“ Sie mache das aber sehr gern. „Wir haben zum Glück viele Freiwillige und sind wie eine große Familie.“

TK

Handballsportclub Ehmen von 1988 e.V.
Geschäftsführer Karsten Rother
E-Mail: karsten.rother@hsc-ehmen.de
Tel.: 05365 – 94086
Sportangebote: Handball, Eltern-Kind-Turnen, Fit-Gym, Gesund und fit, Damengymnastik, Männersportgruppe, Wandergruppe

Mehr Informationen unter www.hsc-ehmen.de