Helfen? Selbstverständlich!

In der Corona-Krise zeigt sich: Die Menschen in Wolfsburg sind füreinander da.

Eine Situationsbeschreibung? Eine Reflexion des Begriffs der Humanität?
Eine Metapher über das Heroische? Nein, dieser Artikel braucht den einfachsten, kürzesten und zugleich ehrlichsten Einstieg:

DANKE.

Es sind fünf Buchstaben, mit denen sich beantworten lässt, was die Menschen in Wolfsburg zur Hochzeit der Corona-Pandemie geleistet haben. Und immer noch leisten. Wichtiges Engagement ist in dieser Zeit dabei nicht nur solches, das in die Zeitungsschlagzeile mündet. Es beginnt mit dem Abstandhalten, dem Sich-zurück-Ziehen, das für den homo sapiens als Herdenwesen große Bürde ist.

Beeindruckender, dass Menschen auf diese Last noch weitere, neue Aufgaben schultern: wie Jan Schulze, der gemeinsam mit anderen Velstovern einen Einkaufsservice für Menschen im Ort organisiert hat, die aufgrund von Vorerkrankungen nicht selbst in den Supermarkt gehen können; wie Katja Reckel und ihre Tochter Maybrit, die innerhalb weniger Tage gut 100 Mundschutz-Masken für Krebspatienten genäht haben; wie Tom Lukas Behrens, der mit anderen VfL-Wolfsburg-Fans kurzerhand die Arbeit der Tafel übernommen hat, nachdem diese aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen ihr eigentliches Angebot einstellen musste; wie Daniel Narjes, der geholfen hat, die Untersuchungszelte am Klinikum einzurichten; wie Sven Krzoska, der im Team das Behelfskrankenhaus im Global-Inn-Hotel mit Betten, Wäsche und Hygieneartikeln ausgestattet
und es damit einsatzbereit gemacht hat.

Doch nicht nur ihre Hilfsbereitschaft verbindet die fünf Wolfsburger*Innen. Zugleich eint sie die Einstellung zum Engagement: „Wir tun etwas, das
selbstverständlich ist, darum muss uns niemand bitten“, betont Daniel Narjes, der seit vielen Jahren ehrenamtlicher Rettungssanitäter bei den Maltesern in Wolfsburg ist. Und diese Einstellung teilen viele Menschen zwischen Vorsfelde und Fallersleben, zwischen Brackstedt und Neindorf. In Velstove etwa konnten Jan Schulze und seine Mistreiter*Innen aus dem Dorf ruckzuck ein Team für den Einkaufsservice aufstellen: „Innerhalb eines halben Tags hatten wir genug Leute zusammen“, betont er. Die kümmern sich um Menschen, für die es aufgrund ihrer gesundheitlichen zu riskant ist, selbst in den Supermarkt zu gehen.

Ebenfalls für Menschen, die besonders gefährdet sind, haben sich Katja und Maybrit Reckel an die Nähmaschine gesetzt: „Eine befreundete Onkologin hat uns gefragt, ob wir Schutzmasken für ihre Patienten nähen können, die aufgrund der Chemotherapie immungeschwächt sind. Da haben wir sofort ja gesagt – und nebenbei noch etliche Bekannte für die Mundschutz-Produktion motiviert“, sagen die beiden Frauen aus Fallersleben. Ohnehin ist Hilfe – auch oder gerade – in Corona-Zeiten keine Solonummer: „Überall arbeiten die Menschen Hand in Hand und als eine große Gemeinschaft – das ist schön“, sagt Tom Lukas Behrens. Sven Krzoska, Mitglied in der

Reservistenkameradschaft, verbindet damit eine Hoffnung: „Der Egoismus geht zurück. Vielleicht gelingt es uns als Menschen, auch langfristig solidarisch zu sein.“ Auch Katja Reckel sieht in der Krise eine Chance: „Vielleicht wird die Hilfsbereitschaft, die sich jetzt an so vielen Stellen zeigt, zur Normalität. Und ich hoffe, dass das Augenmerk auf pflegende und medizinische Berufe dabei hilft, ihnen in Zukunft auch eine angemessene Wertschätzung zukommen zu lassen.“ Und Jan Schulze fügt hinzu: „Vor der Krise sind wir selbst in unserem kleinen Dorf oft aneinander vorbeigelaufen. Durch das gemeinsame Engagement haben wir uns viel besser kennen gelernt. Man könnte sagen: Trotz der Abstandsregeln sind wir uns näher als jemals zuvor.“

AK

#stadtvollhelden – unter diesem Hashtag ruft die Wolfsburg Marketing Gesellschaft (WMG) zu Engagement und Zusammenhalt in der Corona-Krise auf. Beispiele für gelebtes Miteinander in Zeiten des Abstandhaltens werden auf Facebook, Instagram und Twitter mit dem Stichwort versehen. Auf www.marktplatz.wmg-wolfsburg.de/ gibt es zudem einen Überblick über Angebote von Handel, Gastronomie, Dienstleistern, Vereinen und Institutionen aus Wolfsburg. Wer private Hilfe benötigt oder anbietet, für den haben Stadt, Stadtjugendring und VfL Wolfsburg die Plattform www.wolfsburger-helfen.de/ eingerichtet. Zusätzlich können Angebote und Gesuche auch unter dem Hashtag #wirhelfen in sozialen Medien geteilt werden.

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