Lach mal wieder

Deniz Aytekin ist Bundesliga-Schiedsrichter, pfeift internationale Spiele – und er ist Botschafter der Aktion „Schenke ein Lächeln“, die ein Wolfsburger Unternehmer gemeinsam mit seiner Frau ins Leben gerufen hat: Für jede Maske, die in den Verkauf geht, wird eine weitere an den Dachverband Tafel Deutschland e. V. gespendet. Im Interview erzählt Deniz Aytekin, warum er mitmacht. Und er erklärt, wann er auf dem Sportplatz lacht und wann er finster dreinschaut.

Herr Aytekin, wieso unterstützen Sie die Aktion „Schenke ein Lächeln“?

Mir gefällt die witzige Idee. Bei einer normalen Maske sind die Menschen, ihre Gesichter und die Mimik nur schwer zu erkennen. Die Masken der Aktion „Schenke ein Lächeln“ haben dagegen einen ganz besonderen Effekt: Wer sie trägt, wirkt sofort sympathisch. Wenn ich mit der Maske zum Einkaufen gehe, sorgt das immer für positive Reaktionen. Außerdem finde ich es wichtig, den Menschen zu helfen, die sich keine Maske leisten können.

Auch der Amateurfußball lebt davon, dass sich Schiedsrichter*innen engagieren und die Spiele leiten. Warum können Sie jedem nur ans Herz legen, eine Schiedsrichterausbildung zu machen?

Ob als Spieler oder als Schiedsrichter: Es ist einfach eine schöne Sache, Mitglied der großen Fußballfamilie zu sein. Wer an jedem Wochenende als Schiedsrichter mit den Spielern auf dem Platz stehen darf, durchläuft eine dauerhafte Persönlichkeitsschule, die sehr wertvoll ist – auch abseits des Rasens. Ich habe viele kommunikative Tricks gelernt, die mir dabei helfen, mich durchsetzen zu können.

Wann kann es für eine*n Schiedsrichter*in hilfreich sein, der*dem Spieler*in ein Lächeln zu schenken?

Ich freue mich eigentlich immer, mit den Jungs auf dem Platz stehen zu dürfen. In der Bundesliga gibt es in jedem Spiel genügend Situationen, in denen ich über den Spieler lachen darf und der Spieler über mich. Ich mag es nicht, wenn während des Spiels die Atmosphäre steril und monoton ist. Deswegen ist es gut, sich auch mal anzugrinsen. Der Respekt ist trotzdem immer da.

In welchem Fall sollte man den*die Spieler*in unbedingt streng anschauen?

Ich bin ja 1,97 Meter groß und habe von Natur aus einen strengen Blick (lacht)… Die Kunst des Schiedsrichters ist es, dem Spieler mit den richtigen Mitteln die Grenzen aufzuzeigen. Und dazu gehört auch, böse zu gucken – etwa dann, wenn Spieler den Schiedsrichter aus großer Distanz anlaufen, ihn umzingeln und bedrängen.

In der Volkswagen Arena kennen Sie jeden Grashalm. Welche anderen Seiten von Wolfsburg haben Sie kennengelernt?

Zum Sightseeing ist meistens leider keine Zeit. Ich kann mich aber gut an ein Spiel erinnern, bei dem wir die Anfahrt zum Stadion ein wenig verkürzen mussten. Deswegen wurde ich gemeinsam mit meinem Schiedsrichtergespann durch das Werksgelände gefahren – kilometerlang. Das war wirklich beeindruckend.

boy

 

„Macht alle mit!“

Für viele ist die Maske ein Alltagsgegenstand. Für die 1,7 Millionen Menschen, die vom Dachverband Tafel Deutschland e. V. mit Lebensmitteln versorgt werden, sind sie ein Luxusgut. Durch die Aktion „Schenke ein Lächeln“ kann jede*r von uns etwas Gutes tun. Für jede Maske, die gekauft wird, bekommt auch die Tafel eine gespendet. „So sorgen wir gemeinsam dafür, dass Hilfsbedürftige ihre Gesundheit schützen können – macht alle mit!“, sagt Deniz Aytekin. Wo man die Masken erwerben kann? Alle Infos gibt’s unter www.schenke-ein-laecheln.de.

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