Märchenhafte Weihnachtszeit in Wolfsburg

Die Weihnachtszeit ist geprägt von stimmungsvoller Beleuchtung, Geselligkeit am Glühweinstand, Tannenduft und gutem Essen. Was die Advents- und Weihnachtsmärkte in Wolfsburg aber noch zu bieten haben, das haben uns die Initiatoren und Mitwirkenden bei der Vorbereitung von Märkten, Basaren und Auftritten verraten. Kitsch und Kunst mal ganz anders.

Erfahrene Adventsmarktgänger denken, dass ihnen schon alles unter die Augen gekommen ist, was es an Weihnachtsdeko und Geschenkideen gibt auf der Welt. Das ist ein Trugschluss, denn: Sie waren noch nie bei Kitsch & Kunst. „Wir“, sagt Thorsten Vogel, „sind der etwas andere Adventsmarkt in der Nordstadt.“
Thorsten Vogel ist der Leiter des Mehrgenerationenhauses, dem Schauplatz von Kitsch & Kunst. Dass sich hier am Hansaplatz Außergewöhnliches zuträgt, belegt nicht nur die Menschentraube, die sich morgens vor Marktbeginn an der Tür bildet. Auch auf der Ausstellerliste herrscht reger Andrang. Knapp sechzig Kunsthandwerker wollen unbedingt dabei sein, um ihre in vielen Fällen ausgefallenen Kreationen feilbieten zu können – zu viele für die knapp bemessenen Räumlichkeiten. „Es können nur dreißig mitmachen“, sagt Thorsten Vogel. Das Niveau ist hoch. „Sie sind allesamt Hobbykünstler, die sich durchaus mit echten Profis messen lassen können.“
Schmuck aus Kaffeekapseln gibt’s nicht? Bei Kitsch & Kunst schon. Genauso wie Dekoratives aus australischen Tannenzapfen. An jedem Tisch entdeckt man etwas Neues, kein Aussteller ist wie der andere. Hier und da bekommt man sogar eine Kostprobe des Könnens serviert – mit exklusiven Einblicken in den Entstehungsprozess der guten Stücke. „Jedes Jahr denken wir: So schön wie dieses Mal wird es nie wieder. Und dann werden wir im nächsten Jahr doch eines Besseren belehrt.“
Bleibt die Frage: Ist das nun Kunst? Oder doch Kitsch? Die Schönheit liege halt im Auge des Betrachters, meint Thorsten Vogel. „Deswegen kann ich sagen: In meinen Augen ist all das Kunst.“ Den Besuchern gefällt es. „Zum Schluss melden viele Stände: Ausverkauft.“ Kitsch & Kunst gibt’s am 26. November – von 11 bis 17 Uhr.

 

(c) Matthias Leitzke

Die Märchentante

Glühwein, Bratäpfel, Kleinkunst: Ein Bummel über den Weihnachtsmarkt bietet eine Menge Freuden – für die Großen. Und wer denkt an die Kleinen? Der Kultur- und Denkmalverein Fallersleben tut’s. „Der Fallersleber Weihnachtszauber soll insbesondere junge Familien mit Kindern ansprechen“, sagt die Vorsitzende Bärbel Weist. Deswegen gibt es die Märchentanten.
Die Märchentanten sind die Hauptfi guren des Weihnachtszaubers in Fallersleben – natürlich neben den Mädchen und Jungen, die im ersten Stock des Schlosses in einem Kreis um sie herumsitzen und mit großen Augen gebannt den Grimmschen Geschichten lauschen. Die Märchen sind gefragt – und wie! „Solange die Kinder da sind, lesen ihnen die Märchentaten den ganzen Tag vor“, sagt Bärbel Weist.
Gute Tradition: die lebensgroßen, aufwendig dekorierten Puppen, die hinter dem Sichtfenster des Gewölbekellers Einblick in ein beliebtes Märchen geben. „Rotkäppchen und der böse Wolf“ war es das vergangene Jahr. Welchem Märchen dieses Mal die Ehre zuteilwird? Am besten selbst hingehen, nachschauen – und verzaubern lassen. Das Schloss Fallersleben ist ein märchenhafter Ort für den Weihnachtszauber. Weil Brücke und Wassergraben, Innenhof, Treppenturm und Michaeliskirche einen tollen Rahmen bilden. Und weil sie eine ganz besonders wohlige Stimmung bei den Besuchern erzeugen. Wenn die Sternenkinder um das Schloss ziehen, mit dem Weihnachtsmann voran, kostümiert und singend – dann ist das Bild perfekt.
Dreißig Mitglieder des Kultur- und Denkmalvereins sind mit Vorbereitung und Umsetzung beschäftigt – seit dem Sommer. Bärbel Weist: „Wenn die Kinder sich freuen – dann weiß man, wofür man das macht.“ Der Fallersleber Weihnachtszauber findet an drei Tagen am Schloss Fallersleben statt: vom 1. bis 3. Dezember.

(c) Matthias Leitzke

 

Fest der Liebe zum Meer

Sie sind gestandene Mannsbilder. Doch in den kommenden Tagen, das gibt Karl Haberstumpf zu, wird’s bei ihnen im Bauch ganz schön kribbeln. „Zwar haben wir auf dem Wolfsburger Weihnachtsmarkt in der Innenstadt schon häufi ger gesungen“, sagt der Vorsitzende der Drömlingsänger, „aber die Ehre, den Markt zu eröff nen – die haben wir zum ersten Mal.“
Seit zwei, drei Wochen laufen die Proben des Shantychors aus Vorsfelde im hochtourigen Bereich. Denn in der Vorweihnachtszeit wollen die Musiker – fast vier Dutzend Sänger, drei Akkordeonisten, zwei Gitarrenspieler – zu großer Form auflaufen. Das Fest der Liebe und die Liebe zum Meer: Passt das zusammen? Natürlich tut es das, meint Karl Haberstumpf, „auch auf hoher See wird Weihnachten gefeiert“.
„Weihnacht an der Waterkant“, „St. Niklas war ein Seemann“, „Noch drei Meilen bis Weihnacht“: Das sind Lieder, die der Chor zur Weihnachtszeit vorträgt – mit großer Herzlichkeit und auch etwas Wehmut. Warum die Melancholie? „Weil die Seemänner statt auf dem Schiff lieber zu Hause bei ihren Familien wären“, sagt der 80-Jährige. „Mit jedem Weihnachtslied, das sie singen, wächst ihre Sehnsucht nach Frau und Kindern.“
Auch für die Mitglieder des Shantychors sind diese Wochen eine bewegende, ergreifende Zeit. Wenn sie in Seniorenzentren zu Gast sind und auf deren Weihnachtsfeiern maritime Melodien anstimmen, „dann fl ießen bei den älteren Menschen häufig die Tränen“, sagt Karl Haberstumpf. „Sie erinnern sich daran, wie es früher in ihrer Kindheit mit den Eltern war. Weihnachten ist ein ganz besonderes Fest, weil es jeder von uns mit der Familie verbindet.“
Wer sich am 30. November von den Drömlingsängern aufs Meer entführen lassen möchte: Auf dem Wolfsburger Weihnachtsmarkt unter dem Glasdach in der Porschestraße geht’s um 17.15 Uhr los. Am 3. Dezember, dem ersten Adventssonntag, singt der Shantychor um 16 Uhr beim Benefizkonzert in der St. Petrus-Kirche in Vorsfelde. Der Erlös wird für neue Paramente zur Abdeckung des Altars verwendet.

(c) Matthias Leitzke

 

 

Der Weihnachtsruf der Tiertafel

Zu Weihnachten, das verrät der Blick auf die Weihnachtskrippe, spielen Tiere eine große Rolle. Ochs‘ und Esel tummeln sich hier, Schaf und Lämmer, manchmal sogar Kamel und Elefanten. Nicht zu vergessen: der Hund der Hirten, der aufmerksam über das Jesuskind wacht.
Beim Adventsbasar der Wolfsburger Arbeitsgemeinschaft Tiertafel spielen Hunde und Katzen die Hauptrolle. „Wir sammeln für Menschen mit Haustieren, die in fi nanzieller Not sind und sich das Futter nicht leisten können“, sagt AG-Leiterin Inge Schiefelbein. „Wer nur eine kleine Rente hat oder seinen Arbeitsplatz verliert, der kann gezwungen sein, sein Tier abgeben zu müssen – das wollen wir verhindern.“

Wer den Basar besucht und etwas trinkt und isst, wer Gebasteltes und Gehäkeltes kauft und bei der Tombola mitmacht, der macht das für einen guten Zweck. Der Ruf der Tiertafel, den Tieren Gutes zu tun, reicht bis ins Ausland. Im vergangenen Jahr bereicherte eine Kunststickerin aus der Schweiz die Gabentafel um ihr Geschenk; und ein Gönner aus China schickte ein Paket mit roten Lampions. Ist doch klar, dass auch viele Hunde zu den Gästen des Basars zählen. Auf sie wartet ein kleines Geschenk – zum Beispiel ein Stückchen Hundewurst. Inge Schiefelbein: „Das ist etwas Besonders für sie. Die Hunde spüren, dass dieser Tag kein gewöhnlicher ist und dass es allein um sie geht.“ Zehn Frauen und Männern bilden den festen Kern der Tiertafel. Sie versorgen mehr als hundert Haustiere. Der Erlös aus dem Basar reicht aus, „um ein paar Monate das Futter zu bezahlen“. Der Adventsbasar der Tiertafel Wolfsburg in der Heilig-Geist-Kirche auf dem Klieversberg ist am 9. Dezember. Los geht’s um 11 Uhr.

 

Eine Wand voll mit Herzenswünschen

Alle Wünsche, so heißt es, kann man nicht erfüllen. Doch wenn ein paar davon Wirklichkeit würden – wie schön wäre das? Wolfsburger wünschen sich, dass der Kampf gegen den Krebs endlich Fortschritte macht. Dass die Oma zur Familie zurückkehrt, damit man mit ihr zusammen das Weihnachtsfest verbringen kann. Und dass alle Menschen Frieden fi nden, insbesondere die vielen Flüchtlinge.
So stand es im vergangenen Jahr geschrieben bei Advent im Schloss. Dieser Adventsmarkt im Schloss Wolfsburg, veranstaltet vom Kulturwerk der Stadt, bietet Kunsthandwerk, Musik und Leckereien. Und auch die Wand der Wünsche: Hier steht das, was wir für uns selbst, für unsere Lieben oder für die ganze Welt erbitten – mit dem Beamer ans Schloss projiziert. Und wenn man sich nach einer neuen Playstation sehnt? Auch das geht, sagt Kulturwerk-Mitarbeiterin Ingrid Quatz. „Wer einen Wunsch hat, der darf ihn uns schicken.“
Advent im Schloss ist am 9. und 10. Dezember, dem zweiten Adventswochenende. Bei Einbruch der Dunkelheit, so gegen 16 Uhr, wird die Wand der Wünsche an der Schlossfassade aufscheinen und den Innenhof zum Leuchten bringen. Wer sich dann ein paar Minuten Zeit nimmt, der wird hier Rührendes und Wehmütiges lesen, Lustiges und Trauriges. Hoff entlich ist auch der Bruder oder die Schwester von Klara unter den Besuchern – denn ihr hat man vor zwölf Monaten ein kleines Geschwisterchen gewünscht.
Übrigens: Auch die Adventsmarkt-Macher haben einen Wunsch. „Wir wünschen uns, dass noch mehr Wolfsburger bei unserer Aktion mitmachen“, sagt Ingrid Quatz. Das Schöne daran ist: Jeder von uns kann seinen Teil dazu beitragen, dass er wahr wird. Mit einer E-Mail an: kulturinfo@stadt.wolfsburg.de.

(c) Matthias Leitzke

 

 

(c) WMG Wolfsburg

Weitere Veranstaltungen:

Weihnachtsmarkt Wolfsburg in der Porschestraße vom 27. November bis 29. Dezember.

Der 13. Fallersleber Weihnachtszauber vom 01. bis 03. Dezember.

Weihnachtmarkt am Uetschenpaul vom 08. bis 17. Dezember.

 

 

 

 

 

 

 

Einmal um die ganze Welt auf Schlittschuhen!

Spiegelblankes Eis, spitze Kufen, Strass auf den Kostümen – es glitzert wieder in der Autostadt. Event-Planer Roland Kalweit ist verantwortlich für die Eisrevue. Im Interview erzählt er, welches große Thema die Shows in diesem Winter verbindet, warum die Eistänzer gerne nach Wolfsburg kommen – und wieso auch in der Nacht Hochbetrieb auf dem Eis herrscht.

(c) Matthias Leitzke

Herr Kalweit, die Eisrevue ist eine große Unterhaltungsshow. Beschäftigen Sie sich schon im Sommer mit Kufen und Choreografien, damit im Winter alles glatt läuft auf dem Eis?

Ich fange viel früher an – nämlich im Januar, wenn die letzte Show der Vorjahresproduktion zu Ende gegangen ist. Dann machen wir uns Gedanken, ob alles gut gewesen ist und was wir nächstes Mal besser machen können. Die Eisrevue ist eine aufwendige Produktion, mit der wir uns durchgehend das ganze Jahr beschäftigen. Was die konkrete Planung der Shows für die diesjährige Winterinszenierung angeht: Damit haben wir im Frühjahr begonnen.

Was ist Ihre Aufgabe?

Ich bin für die Inszenierung der Eisrevue zuständig. Fünf Wochen lang führen wir zehn unterschiedliche Shows mit insgesamt fünfzig Choreografi en auf. Was diese Shows verbindet, ist ein großes Thema – unsere Aufgabe ist es, das aufs Eis zu bringen. Ich bin verantwortlich für das Konzept, die Regie und die Auswahl der Künstler.

Wie heißt das Thema der Shows?

Skate around the World! Auf Schlittschuhen machen wir eine Weltreise und Station auf fünf Kontinenten. Die Eistänzer tanzen zu der Musik der Menschen und verkörpern ihr Lebensgefühl. Die Botschaft der Eisrevue ist: Wir sind eins und gehören alle zusammen.

Wenn es zum Beispiel nach Nordamerika geht, dann…

…wird zu den Lichtern der Großstadt getanzt – von New York bis Los Angeles. Und in einer weiteren Show zu Sounds of the South: mit Country-Musik und Cowboy-Lifestyle. Wir spielen mit den Traditionen der Kontinente und nehmen nicht immer alles so ernst. Ich bin froh, dass ich großartige Choreografen an meiner Seite habe, mit denen wir das im Team wunderbar umsetzen können.

(c) Matthias Leitzke

Woher kommen die Eistänzerinnen und die Eistänzer?

Aus den USA, Kanada und Frankreich, aus Russland, der Ukraine und Lettland. Sie sind alle Profi s, die von klein auf eislaufen, und viele haben an Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften teilgenommen. Heute leben sie vom Eistanz: Sie touren als Hauptdarsteller von Großproduktionen wie Disney on Ice oder unsere Eisrevue um die Welt. Julia Teplih aus Riga tanzt das sechste Jahr in Folge für die Autostadt. Es ist ein gutes Zeichen, dass die Tänzer gerne nach Wolfsburg wiederkommen.

Inwiefern?

Eistanz erfordert hartes Training, und die Eistänzer wissen es zu schätzen, dass wir ihnen perfekte Arbeitsbedingungen bieten. Wir würdigen sie nicht nur sportlich, sondern auch menschlich. Das klingt wie eine Selbstverständlichkeit, ist es aber nicht. Ich bin Schauspieler und weiß aus eigener Erfahrung, wie Veranstalter mit Künstlern in vielen Fällen umgehen. Daraus habe ich gelernt. Was wir den Künstlern Positives geben, geben sie an das Publikum weiter – um ein Vielfaches.

Was ist für Sie der schönste Moment der Eisrevue?

Die Premiere, wie jedes Jahr. In jeder einzelnen Show steckt so viel Vorbereitung, so viel Arbeit. Tagsüber ist die Autostadt für ihre Gäste da – deswegen proben wir auch nachts. Um 23 Uhr geht’s aufs Eis, und die Probe dauert dann bis 3 Uhr.

Sie sind mit dabei?

Natürlich, wir alle sind immer mit dabei. Die Eismeister der Autostadt, die das Eis in Schuss halten und jedes kleine Loch zumachen. Die Techniker, die Änderungswünsche kurzfristig umsetzen und sich um die multimediale Videoprojektion kümmern, die wir als Bühnenbild nutzen. Oder die Kostümbildner, die Kostüme, die einen Riss haben, bis früh morgens nähen. Hinter der Eisrevue steckt ein großes Team. Wir verbringen sechs Wochen lang Tag und Nacht miteinander.


Zauberhafte Winterwelt vom 1. Dezember bis 7. Januar

6.000 qm Eislauffläche, 1.100 qm Schneefläche für Kinder, tägliche Eisrevuen, ein wunderbarer Wintermarkt und ein riesiger Weihnachtsbaum warten auf Sie!
Weitere Informationen unter: www.autostadt.de oder #autostadtwinter