Ein dichter Cluster leuchtend roter Beeren ruht zwischen dunkelgrünen, glänzenden Blättern. Das kräftige Rot sticht hervor und lädt dazu ein, einen Moment innezuhalten und die Intensität der Farbe bewusst wahrzunehmen.

Mein Achtsam­keits­spa­zier­gang in Reislingen-Windberg

Seit Smart­wat­ches Schritt­ziele sichtbar machen, gehe ich abends öfter noch eine kleine Runde. 4.000, 5.000, manchmal 8.000 Schritte – Bewegung als Zahl. Dieses Mal wollte ich mehr als nur Schritte sammeln. Ich verord­nete mir einen neuen Fokus: einen Achtsamkeitsspaziergang.

Was ist ein Achtsamkeitsspaziergang?

Ein Achtsam­keits­spa­zier­gang ist ein bewusster Spazier­gang, bei dem es weniger um Strecke, Tempo oder Schritt­zahlen geht, sondern darum, den Augen­blick achtsam wahrzunehmen.

Anstatt gedank­lich schon beim nächsten Termin zu sein oder sich auf Musik und das Handy zu konzen­trieren, richtet man seine Aufmerk­sam­keit gezielt auf das, was einen gerade umgibt. Das können Farben, Formen, Geräusche oder auch Gerüche sein.
Es geht darum, für eine begrenzte Zeit den Autopi­loten auszu­schalten und die einzelnen Sinne gezielt in den Vorder­grund zu holen. Der Spazier­gang wird dadurch langsamer, ruhiger und bewusster. Der Effekt: Die Gedanken beruhigen sich, die Aufmerk­sam­keit wird klarer, das Grübeln lässt nach – und man richtet seine Aufmerk­sam­keit auf das Hier und Jetzt. Plötzlich wird aus einem gewohnten Weg ein kleines Erlebnis.

Ich starte in Reislingen-Windberg und gehe weiter südlich über die Feldwege.

Mein Fokus im Herbst – Farbe

Ich entscheide mich für die Farbe Rot.
Eine solche Farbe, die in dieser Umgebung und zu dieser Jahres­zeit eher selten vorkommt oder „versteckt“ ist, eignet sich besonders gut für einen Achtsam­keits­spa­zier­gang, da sie den Blick wirklich fordert.

Würde ich eine sehr präsente oder dominante Farbe wählen, beispiels­weise ein kräftiges Grün auf einer Sommer­wiese oder leuch­tendes Gelb im Herbst –, fände man sie nahezu an jeder Ecke. Der Suchpro­zess würde schnell automa­ti­siert ablaufen, die Aufmerk­sam­keit ließe spürbar nach und die Übung würde ihren medita­tiven Charakter verlieren.

Eine dezente, weniger offen­sicht­liche Farbe hingegen zwingt dazu, langsamer zu werden, genauer hinzu­sehen und Details bewusster wahrzunehmen.

Und los geht es: Hausdä­cher, Absper­rungen, Hagebutten, viele unter­schied­liche Beeren und Früchte, ein rotes Haargummi auf dem Gehweg, …

Was der Spazier­gang bewirkt

Abgesehen von der gesunden Bewegung und dem Erreichen meines Schritt­ziels soll ein achtsamer Spazier­gang wie eine kleine bewusste Pause vom Alltag wirken.

Durch das langsame Gehen und die gezielte Wahrneh­mung der Umgebung beruhigt sich der Gedan­ken­strom. Der Blick richtet sich weg von To-do-Listen und innerem Druck hin zum gegen­wär­tigen Moment. Stress und innere Anspan­nung können sich lösen, die Atmung wird ruhiger und klarer und die Sinne werden geschärft. Anstatt nur Strecke zu machen, erlebt man den Weg wieder aktiv: Bewegung für den Körper und Erholung für den Kopf zugleich.

Ich stelle fest, dass ich hier noch ein wenig mehr Übung benötige. Zwischen­durch hatte ich das Gefühl, dass mich die Suche nach roten Dingen eher mental anstrengt als entschleu­nigt. Aller­dings ist auch ein Glücks­emp­finden zu spüren, wenn wieder ein rotes Objekt gefunden wurde.

Zusam­men­fas­send kann ich sagen, dass diese neue Variante des Spazie­ren­ge­hens Spaß gemacht hat und ich kann mir gut vorstellen, dass ich meine Kinder dazu früher eher zum Spazie­ren­gehen animiert bekommen hätte.

Tipp: Andere Jahres­zeit – anderer Fokus.

Wichtig ist immer: Wähle etwas Subtiles, etwas, das nicht permanent im Blickfeld liegt, sondern Achtsam­keit erfordert, um es wahrzunehmen.

Beim nächsten Gang um den Block, im Wald oder über Feldwege stell dir nicht nur ein Schritt­ziel – setz dir ein Wahrneh­mungs­ziel. Wähle eine Farbe. Oder ein Geräusch. Oder eine bestimmte Form.
Geh los und achte darauf, wieder wirklich zu sehen, zu hören und zu spüren.

Lass gerne einen Kommentar dar!

Probiere es einfach einmal aus und schreib uns in die Kommen­tare, welchen Fokus du dir ausge­sucht hast.

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