Phaeno:Zeit

Eine neue Sonderausstellung zum Thema Zeit hat im Dezember im phaeno Premiere. Auf die Besucher warten spannende Experimente, Einsichten und Erkenntnisse.

Meist sind es Philosophen, die sich tiefgreifende Gedanken über die Zeit machen. Als Normaldenker beklagen wir uns allenfalls über mangelnde Zeit. Dass es auch anders geht, zeigt das phaeno mit einer neuen Ausstellung. Die Besucher können selbst ausprobieren, ob sich Zeit stauchen, dehnen, zerlegen, einfrieren oder rückwärts abspulen lässt.

Das Spektrum der Exponate reicht von einzigartigen Kunstwerken bis hin zu faszinierenden Mitmachstationen. Ein Beispiel ist die Stroboskopstation. Hier dürfen die Besucher selbst mit Stroboskopblitzen ausmessen, wie schnell sich eine Kreissäge dreht oder die Nadel einer Nähmaschine bewegt. „Stroboskopblitze klären Bewegungsabläufe, die zu schnell oder zu komplex für unser Auge sind, auf“, erklärt Dominik Essing, der die Ausstellung „Zeit“ organisiert. Besonders gespannt ist Essing auf die Vorführungen mit einem ferngesteuerten Hubschrauber. „Durch die Blitze werden die Besucher sehen, wie die Steuerung eines Helikopters funktioniert“, kündigt er an.

Zu den 20 neuen Exponaten im phaeno zählt auch eine Hochgeschwindigkeitskamera, die bis zu 9.000 Bilder pro Sekunde schießen kann. So entstehen Zeitlupenfilme von extrem schnell ablaufenden Prozessen, die ebenfalls nicht mit bloßem Auge sichtbar sind. „Zum Vergleich: Das menschliche Auge nimmt maximal 16 Bilder pro Sekunde als Einzelbild wahr“, erklärt Dominik Essing. Mithilfe der Kamera sehen die Besucher, wie Seifenblasen platzen, Mausefallen zuschnappen oder die Bewegung der eigenen Haut beim Kopfschütteln. Auch an dieser Station dürfen Besucher eigene Versuche anstellen.

Umgekehrt spielen auch Zeitraffer er eine Rolle in der Ausstellung. So können Naturfreunde beispielsweise Pilzen beim Wachsen zusehen, ohne übermäßig viel Geduld mitbringen zu müssen. „Wer nicht glaubt, dass er den phaeno-Pilzen beim Wachsen zuschaut, darf gerne einmal den Kopf hineinstecken zu den Pilzen“, schmunzelt Essing.

Nach dem Zeitraff er-Prinzip funktioniert auch das Highlight der Sonderausstellung: ein künstlerisches Exponat zum Thema Zeitverläufe. Schon im Sommer wurde eine Kamera auf dem Dach des phaeno installiert, die über ein Jahr lang alle acht Sekunden ein Bild in Richtung Hafenbecken aufnimmt. So werden im Bild oder im Zeitraff erfi lm beispielsweise der Verlauf der Sonne oder Wetterveränderungen sichtbar. „Die Besucher können zum Beispiel einzelne Tage auswählen und anschauen. Wie das Wetter am Geburtstag war oder ob es im Winter geschneit hat – all das erfährt man per Mausklick am Monitor“, sagt Essing.

Ob total verrückt wie das Kunstexponat „It’s about time“ oder zum Philosophieren anregend wie die riesigen Kugelbahnuhren: Die Exponate helfen den Besuchern, sich selbst ein Bild von den unterschiedlichen Aspekten der Zeit zu machen.