Ralf Luhnen im Interview

DIE RIESIGE EISLAUFBAHN UND DER HAUSHOHE RODELHÜGEL, TOLLE APRÈS-SKISTIMMUNG AM HÜTTENZAUBER UND KNISTERNDE FEUERROMANTIK IM KAMINHAUS, DAZU DIE EISSHOWS MIT AUSNAHMEKÖNNERN AUF SCHLITTSCHUHEN:

VOM 30. NOVEMBER BIS 6. JANUAR ZAUBERT DIE AUTOSTADT IHRE WINTERWELT IN DEN SCHNEE. BEVOR ES LOSGEHT, ERZÄHLT RALF LUHNEN, LEITER DER EVENTABTEILUNG DER AUTOSTADT, WIE SEIN TEAM DIE WINTERINSZENIERUNG AUF DIE BEINE STELLT UND WIE DAS ANGEBOT IN DIESEM JAHR AUSSCHAUT. UND ER VERRÄT, WELCHER MOMENT SO BESONDERS SEIN WIRD, DASS AUCH ER HIN UND WEG IST.

Ralf Luhnen, Leiter der Eventabteilung
© Autostadt

Herr Luhnen, was macht für Sie ein gutes Event aus?

Ich denke ein Event immer vom Ziel aus. Also stelle ich mir zu Beginn die Fragen: Was will ich erreichen mit dem, was ich tue? Und wie komme ich dahin?

Was mochten Sie mit der Winterinszenierung erreichen?

Ich mochte, dass unsere Gaste wunderschöne Momente in der Autostadt erleben und nach dem Besuch mit einem guten Gefühl nach Hause gehen. Weihnachten und Wohlfühl-Atmosphäre gehören fest zusammen. Deswegen schaffen wir in der Autostadt einen Ort, an dem die Menschen dem traditionellen Weihnachtsfest an vielen Stellen begegnen. Und wo auch der Zeitgeist nicht zu kurz kommt: Jedes Jahr binden wir neue Themen und Angebote ein.

Seit wann beschäftigen Sie sich schon mit der diesjährigen Winterinszenierung?

Für uns gilt: Nach dem Winter ist vor dem Winter. Wenn die Winterinszenierung zu Ende gegangen ist, beginnen wir darüber nachzudenken, was den Gasten der Autostadt gut gefallen hat und was wir beim nächsten Mal besser machen wollen. Schon im Januar entwickeln wir die ersten neuen Ideen. Die ganz heiße Phase bricht dann in den Sommermonaten an und reicht bis zu dem Zeitpunkt, da die Interinszenierung losgeht.

Wie groß ist die Mannschaft, die die Winterinszenierung möglich macht?

Im November, kurz vorm Start, ist ein Team von fast 150 Leuten an der Arbeit. Dann wird Tag und Nacht gebaut. Die Autostadt hat eine eigene Buhnenmeisterei, die den Aufbau von Eislaufflache, Schneewelt, Buden & Co. dirigiert. Was mein Team angeht: Wir sind etwa 20 Leute, die für das Konzept und die Planung verantwortlich sind. Auf unsere Ideen geht alles zurück.

Wie macht sich das bemerkbar?

Die Dekoration des Wintermarkts, das Verkaufsangebot der Buden, die Ausrichtung der Shows: Alles kommt aus einer Hand, sodass wir bis ins kleinste Detail alle Elemente ausarbeiten und passend miteinander verbinden können. Daraus ergibt sich ein harmonisches Bild, das den Winter in der Autostadt so besonders macht.

Welche Angebote haben die Besucher so liebgewonnen, dass sie diese nicht mehr missen mochten?

Absoluter Mittelpunkt ist unsere Eislaufbahn zum Schlittschuhfahren. Vor drei Jahren haben wir sie erweitert, jetzt ist die Flache 6.000 Quadratmeter gros. Von hier aus können sich unsere Gaste die komplette Winterwelt erschließen. Nicht zu ersetzen ist auch der große Weihnachtsbaum auf dem Piazza-Vorplatz. Als wir ein Jahr auf ihn verzichtet hatten, fragten viele, wo er denn geblieben sei. Der Weihnachtsbaum ist ein schöner Ort, an dem sich die Menschen verabreden und Fotos machen. Seine Warme strahlt auf den ganzen Markt aus.

Und was ist neu?

Das Motto unserer Eisshows, in denen internationale Eislaufstars mit unglaublichen Sprüngen ihr Publikum begeistern. Dieses Jahr lautet das Thema: Urban Sounds & Places. In zehn verschiedenen Vorstellungen stehen Songs im Mittelpunkt, die in Städten gros geworden sind und die von dort aus die Welt erobert haben. Natürlich wird es neue gastronomische Angebote geben. Und wir mochten, dass die Kids in der Schneewelt noch mehr Spaß haben und toben können. Unsere Gaste werden viele kleine Veränderungen beobachten können, doch vieles wird ihnen auch vertraut vorkommen. Die Winterinszenierung zeichnet eine wunderbare Mischung aus, die wir nicht gros verändern müssen.

Was an Ihrer Aufgabe macht am meisten Spaß?

Von der ersten Idee bis zur finalen Eröffnung eine Eigenproduktion auf die Beine stellen zu können, die bei den Gasten ankommt. Das schließt auch den Blick nach vorne ein – also darüber nachzudenken, wie man ein erfolgreiches Format weiterentwickeln und vielleicht sogar komplett auf den Kopf stellen kann. Das macht einfach wahnsinnigen Spaß.

Und die größte Herausforderung ist?

Die vielen kleinen Bausteine einer fünfwöchigen Großveranstaltung miteinander zu verbinden – und das im laufenden Betrieb. Wir können die Autostadt ja nicht in eine große Baustelle verwandeln, wahrend die Gaste bei uns zu Besuch sind. Am 30. November geht’s los.

Wie werden Sie den Premierentag erleben?

In den letzten Tagen vor dem Start herrscht immer ordentlich Anspannung, vieles wird erst in der letzten Minute fertig werden. Wenn dann die ersten Besucher kommen und die Kinder auf den Schneehügel und die Eisbahn rennen, schaue ich mir die Reaktionen ganz genau an. Steht ihnen die Freude ins Gesicht geschrieben, ist alles gut – dann hat sich unser Aufwand gelohnt.

Gibt es einen Moment, den auch Sie genießen können?

Es gibt da diesen besonderen Augenblick, wenn es dunkel ist und wir zum ersten Mal die ganze Winterwelt im Licht erstrahlen lassen: den Weihnachtsbaum, die Lichterketten in den Baumen, die vier Schornsteine des Kraftwerks von Volkswagen. Plötzlich funkelt und leuchtet alles – einfach großartig. Dann sind nicht nur unsere Gaste schwer beeindruckt, sondern auch ich.

 

boy

Autostadt Winterwelt 1. Woche                                                                                                                                                                          © Anja Weber