Die diesjährige „Stunde der Wintervögel“ zeigt: Das Interesse an der Vogelbeobachtung und am Naturschutz in Wolfsburg wächst. Insgesamt haben sich 155 Vogelfreundinnen und Vogelfreunde an der Aktion beteiligt und in 110 Gärten 3.134 Vögel gezählt.
Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein deutlicher Anstieg, denn damals meldeten 115 Teilnehmende 2.728 Vögel. Die aktuellen Zahlen machen deutlich, dass sich immer mehr Menschen in Wolfsburg aktiv mit der heimischen Tierwelt beschäftigen und bereit sind, ihre Beobachtungen für den Naturschutz zu teilen.
Am häufigsten wurde auch in diesem Jahr der Haussperling gemeldet. Trotz eines Rückgangs von knapp 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr führt er weiterhin die Liste der häufigsten Wintervögel in Wolfsburg an.
Auf Platz zwei folgt die Kohlmeise mit nahezu identischen Meldedaten wie im Vorjahr. Den dritten Rang belegt die Blaumeise, die allerdings 21 Prozent weniger Sichtungen verzeichnete als noch im Jahr zuvor.
Positive Entwicklung
Eine vorsichtig positive Entwicklung zeigt sich bei der Amsel. Nachdem die Bestände in den vergangenen Jahren durch das Usutu-Virus stark eingebrochen waren, wurde sie in diesem Jahr in Wolfsburg sechs Prozent häufiger gemeldet als im Vorjahr. Dieser Zuwachs ist jedoch nur als minimale Erholung zu bewerten und liegt zudem unter dem Anstieg, der in anderen Regionen beobachtet wurde. Von einer nachhaltigen Erholung der Bestände kann daher noch nicht gesprochen werden.
Auffällig sind die teils sehr starken Zuwächse bei einzelnen Arten. Besonders deutlich legten der Buchfink mit einem Plus von 130 Prozent, die Saatkrähe mit 123 Prozent, der Star mit 237 Prozent sowie die Tannenmeise mit 124 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. Solche Schwankungen können unter anderem mit Witterungseinflüssen, Nahrungsangebot oder veränderten Rastbewegungen zusammenhängen.

Rückgänge
Demgegenüber stehen jedoch auch teils deutliche Rückgänge. In Wolfsburg wurden unter anderem bei der Straßentaube 46 Prozent weniger Meldungen verzeichnet, beim Eichelhäher lag das Minus bei 63 Prozent, bei der Sumpfmeise bei 62 Prozent und bei der Türkentaube sogar bei 79 Prozent. Diese Zahlen zeigen, dass nicht alle Arten gleichermaßen von stabilen oder steigenden Beständen profitieren.
Vogelzählungen
Grundsätzlich gilt, dass es sich bei der „Stunde der Wintervögel“ um eine Momentaufnahme handelt. Die Ergebnisse liefern wertvolle Hinweise auf Trends, ersetzen jedoch keine flächendeckenden wissenschaftlichen Bestandserhebungen. Gerade auf kommunaler Ebene wie in Wolfsburg können sie dennoch wichtige Impulse geben, etwa für die Förderung naturnaher Gärten, den Erhalt von Gehölzstrukturen oder den Schutz geeigneter Brut- und Nahrungsräume. Die gesammelten Daten werden vom NABU Landesverband Niedersachsen ausgewertet und fließen in bundesweite Analysen zur Entwicklung der Vogelbestände ein.
Der NABU Wolfsburg ruft regelmäßig zur Teilnahme an den bundesweiten Vogelzählungen auf, insbesondere zur „Stunde der Wintervögel“ im Januar und zur „Stunde der Gartenvögel“ im Mai. Bei beiden Aktionen zählen Interessierte eine Stunde lang die Vögel im eigenen Garten, auf dem Balkon oder im Park und melden jeweils die höchste Anzahl pro Art. Auf diese Weise entstehen wertvolle Datensätze, mit denen sich langfristige Trends in der Vogelwelt dokumentieren lassen.
👉 Melde deine Vogelzählung oder registriere dich hier:
https://www.stundedergartenvoegel.de
Alternativ kannst du deine Beobachtungen auch über die kostenlose NABU-App „Vogelwelt“ melden, sobald die Aktion läuft.
Monatstreff des NABU Wolfsburg
Jeden dritten Donnerstag im Monat findet um 19:00 Uhr im Haus der Vereine (Klingemannhaus, Erdgeschoß), Amtsstraße. 35, 38448 Wolfsburg – Vorsfelde ein Treffen statt, zu dem jeder und jede herzlich eingeladen ist!








