Tischfußball beim VfL Wolfsburg

Tisch­fuß­ball

Wenn Männer vor Freude kreischen

Die Tisch­fuß­baller des VfL Wolfsburg haben im Elsterweg eine neue Trainings­stätte bezogen und wollen nun neu durch­starten. Im Mittel­punkt steht neben blitz­schnellen Reflexen und guter Feinmo­torik vor allem Spaß.

Wie kann man Tisch­fuß­ball beschreiben, sofern man es noch nie gespielt hat? „Wenn Männer kreischen wie kleine Kinder“, sagt Jens-Uwe von den Tisch­fuß­bal­lern des VfL Wolfsburg lächelnd und benennt damit zumindest den hörbaren Spaß an dem Sport, den die acht Männer an diesem Montag­abend im Dachge­schoss im Elsterweg 5 haben. Wobei diese Erklärung natürlich nicht ausreicht und „auch Frauen und Jugend­liche herzlich willkommen sind – wir können noch Neuzu­gänge gebrau­chen“, wie Martin hinzufügt. Der 39-Jährige hat 2008 die Tisch­fuß­ball-Abteilung des VfL aufgebaut und freut sich über den neuen Trainings­raum gleich neben dem alten VfL-Stadion. „Im Vergleich zu vorher im Hockey­heim auf dem Laagberg haben wir jetzt viel mehr Platz.“ Nun können die drei profes­sio­nellen Kicker-Tische im Wert von jeweils 1.500 Euro ohne Probleme gleich­zeitig bespielt werden.

Wie funktio­niert Tischfußball?

Aber zurück zur Erklärung des Tisch­fuß­ball­spiels: Mit dem Kickern in der Kneipe, wie es manche vielleicht kennen, hat das, was Martin, Jens-Uwe und Co. machen, wenig zu tun. Zwar spielen sie auch an Tischen mit jeweils vier Stangen und insgesamt elf Spiel­fi­guren auf jeder Längs­seite sowie einem Tor auf jeder Querseite. Das war es aber schon so ziemlich mit den Gemein­sam­keiten. Das liegt zum einen an den Regeln des Deutschen Tisch­fuß­ball­bundes, an die sich auch die VfLer halten. Zum Beispiel beim Spiel­start: Der Ball wird nicht durch das Loch in der Mitte des Tisches einge­rollt. Statt­dessen legt ein Spieler den Ball mittig auf seine Mittel­stange, fragt seine Konkur­renten gegenüber, ob sie bereit sind und lässt ihn dann von der Stange zu den Figuren der anderen Mittel­stange rollen. Dort nimmt sein Gegner den Ball an und muss ihn nun zweimal seitlich hin und her spielen, bevor er ihn nach vorn bugsieren darf. Es gibt mehrere Regeln, die beim offizi­ellen Tisch­fuß­ball zu beachten sind. Kommt der Ball zum Beispiel bei der Angriffs­reihe an, hat man maximal 15 Sekunden Zeit, um aufs Tor zu schießen. Auch die Stangen darf man nicht dauerhaft rotieren lassen.

Tischfußball beim VfL Wolfsburg
© Kevin Nobs

Beson­der­heiten von Tischfußball

Zweiter großer Unter­schied zum Kickern in der Kneipe sind die Fertig­keiten der Spieler: Das Niveau hinsicht­lich Reflexe, Hand-Auge-Koordi­na­tion und Feinmo­torik ist sichtbar ein anderes, viel höheres. Das Tempo und die Genau­ig­keit, mit der die VfLer den Ball spielen, erscheint für Neulinge kaum machbar. „Anfangs verliert man gegen geübtere Spieler norma­ler­weise andauernd haushoch“, sagt Martin. Das müsse man aushalten können und dranbleiben. „Man wird aber schnell besser, und nach ungefähr vier Wochen sieht man, ob man Talent hat“, ergänzt Jens-Uwe. Trotzdem ist es ein steiniger Weg zu sport­li­chem Erfolg bei Ligaspielen, die im Januar jeden Jahres beginnen. Bei diesen Partien gegen geübte Gegner über viele Minuten konstant konzen­triert zu sein und sich keine Schwä­che­phasen zu leisten, sei nicht einfach, so Jens-Uwe.

Letztlich geht es VfLern, die sich als Team „BAM!“ nennen, aber auch mehr um den Spaß an der Sache, versi­chert Martin. „Das ist das Wichtigste.“ Tatsäch­lich wird viel gelacht und gescherzt beim Training. „Das ist eigent­lich immer so“, sagt Heiko, bevor er mit Wucht den Ball ins Tor hämmert. Und Jens-Uwe ergänzt, dass man beim Tisch­fuß­ball leicht neue Menschen kennen­lerne. „Auch bei den Ligaspielen und Turnieren.“ Sein Teamkol­lege Kevin nennt noch ein Argument für das Tisch­fuß­ball­spielen: „Das ist ein Sport, den jeder machen kann. Egal, ob man dick ist, dünn, jung oder älter.“ Wichtig sei nur, dass die Reflexe stimmen und man Spaß am Spiel hat.

Tobias Kuske

Ausgabe 14 (Winter 2021)

Titelbild: © Kevin Nobs

Tisch­fuß­ball beim VfL Wolfsburg:

Inter­es­sierte können einfach beim Training jeden Montag, ab 19 Uhr, im Elsterweg 5 vorbei­schauen. Weitere Infos unter www.bam-wob.de


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