Vom Staubsauger bis zur Nordseeküste ist alles dabei

Sie singen und tanzen wie echte Musical-Stars: Auch unsere Kinder-Reporterin Marissa ist schwer begeistert von den Musicalkids des Tanzenden Theaters. Bei einer Probe im Hallenbad – Kultur am Schachtweg und einem Interview mit Trainer Daniel hat sie hautnah erfahren, was es heißt, auf der großen Bühne zu performen.

Hey, Ich heiße Marissa und war für euch im Tanzenden Theater bei den Mukis zu Besuch. Mukis sind die Musicalkids, das heißt, eine Gruppe von Kindern zwischen 9 und 15 Jahren, die tanzen, singen und schauspielern. Ich habe bei den Proben mal für euch reingeschnuppert.

Kurz vor dem Training habe ich Daniel, den Trainer, zum Interview getroffen und er war wirklich lustig. Er heißt mit vollem Namen Daniel Martins, ist 41 Jahre alt und tanzt seit seiner Geburt. Er sagt sogar, dass er schon im Bauch seiner Mutter getanzt hat. Beim Tanzenden Theater ist er seit 1994, also seit 22 Jahren. Daniel sagt, dass das besondere an den Musical Kids ist, das sie sich trauen und Lust darauf haben auf die Bühne zu gehen. Daniel tanzt nicht mit bei den Auftritten, weil er „den anderen nicht die Show stehlen will“ – ich sag doch, dass er witzig ist. Die Choreografien denkt er sich selber aus, möchte aber auch, dass die Kinder mitbestimmen. Manchmal gibt er ihnen einfach nur ein Thema vor zu dem sie sich Schritte ausdenken sollen. Inspiration findet er in der Musik oder beim Lesen. Für einen Auftritt üben sie ein bis eineinhalb Jahre. Das Training findet einmal pro Woche statt. Kurz vor den Auftritten müssen sie aber öfter trainieren. Sogar die Kostüme entwerfen die Mädchen teilweise selbst. Das Stück, das sie gemeinsam mit der TTW-Schauspielgruppe, den Musical Kids Basic und der Junior Compagnie Basic gestalten, hat am 10. Februar 2017 Premiere im Hallenbad. Oh, nicht, dass ich das vergesse, bei den Auftritten singen sie auch. Ist eben wie in einem echten Musical.

Zwar erwartet Daniel von niemandem, dass er bereits ein fertiger Star ist, wenn er mitmachen möchte: „Ein Gefühl für Tanz und Rhythmus mitbringen und beweglich sein sollte man aber schon“, sagt er. Das ist nämlich die Basis. Kommt dazu noch Talent zum Singen und Schauspielern, dann steht einem der Weg auf die Bühne offen. „Man kann aber auch durch Üben viel erreichen. Keiner muss perfekt sein, um im Scheinwerferlicht zu glänzen“, beruhigt Daniel.

Und so freuen sich die Mukis über jeden, der zum Training in die Räume des Tanzenden Theaters im Hallenbad-Kultur am Schachtweg kommt. Besonders gefragt: Jungs – denn leider sind nur noch Mädchen in der Gruppe. Ich finde das schade: Denn es ist doch toll, wenn Jungs tanzen können und nicht immer nur Fußball spielen oder Pokémons hinterherrennen.

Auf dem Weg zum Trainingsraum, fragt Daniel mich, ob ich bei der Probe mitmachen möchte. Ich habe natürlich sofort „ja“ gesagt. Im Proberaum mit seinen riesigen Spiegeln, verlässt mich dann aber doch der Mut – angesichts der vielen Mädchen, die schon zum Aufwärmen tanzen wie Musicalstars. Und obwohl sie alle sehr nett zu mir sind, setze ich mich erst einmal an den Rand und gucke lieber zu. 14 Tänzerinnen zähle ich – und dann fällt mir auf, auch wenn hier alle immer konzentriert bei der Sache sind, wird trotzdem viel gelacht. Und das, obwohl Daniel als Trainer ganz schön streng ist und auch Fehler in der letzten Reihe sieht. Verstecken, wie in der Schule, geht hier leider nicht 😉

Auf der Bühne muss jeder Tanzschritt, jede Liedzeile sitzen – denn dort gibt es keinen Daniel mehr, der die Choreografie vormacht: „Also, selbst wenn ich ohnmächtig werde, müsst ihr weitertanzen können. Achtet nicht auf mich. Ihr müsst selbst wissen, was als nächstes kommt“, ruft er. Daniel sorgt zwar für den notwendigen Ernst an der Sache, aber auch für den Spaß. Seine Erklärungen zu den Bewegungen sind aber auch immer wieder richtig lustig: „Das muss aussehen, als wenn dich ein Staubsauger anzieht!“ oder „Du hältst Deine Arme wie beim Schunkeln zum ‚An der Nordseeküste, am plattdeutschen Strand‘!“.

Die Musik, zu der sie tanzen, ist richtig gut. Auch wenn ich keines der Lieder kenne, möchte ich am liebsten sofort mittanzen. Nach einer Stunde endet die Probe, aber statt gleich nach Hause zu fahren, stehen wir alle noch im Kreis und die Mädchen erzählen mir von peinlichen oder witzigen Ereignissen auf der Bühne.

Celina, 14 Jahre, und Kathina, 12 Jahre sind schon seit zehn beziehungsweise acht Jahren beim Tanzenden Theater – und haben trotzdem noch immer Lampenfieber vor großen Auftritten. Kathina früher einmal sogar so sehr, dass Daniel für sie bei einer Vorführung einspringen musste, im Fischkostüm. Ich kann nur sagen: Die beiden und auch alle anderen haben ganz toll getanzt und ich bin schon sehr gespannt auf ihre Aufführung, die ich mir bestimmt angucken werde. Also: Wenn du Spaß am Tanzen hast und gerne auf der Bühne stehst, dann kann ich dir die Musicalkids nur empfehlen – ich bin total begeistert.

Vielleicht sehen wir uns ja im Februar zur Premierenfeier der neuen TTW-Jugendproduktion!

Eure M.