Vorhang auf – für den Cirque Nouveau in der Autostadt!

Akrobaten, Tänzer und ­Musiker, Zirkus, ­­Straßentheater und Comedy, Künstler aus Kanada, Kolumbien und Vietnam: Das internationale Sommerfestival Cirque nouveau ist wie die Autostadt – einfach einzigartig. Von den vielen tollen Angeboten haben wir uns einige näher angeschaut. Hier stellen wir sie vor.

AUF DEM DRAHTSEIL: 9.000 Kilometer Luft­linie ist Vietnam von Wolfsburg entfernt. Beim Sommerfestival Cirque Nouveau in der Auto­stadt ist das Land jedoch ganz nah. Tuan Le, Gründer des Nouveau Cirque du Vietnam, schickt 15 Artisten und fünf Musiker auf die Hafenbühne – für modernen Zirkus und zeitgenössischen Tanz. A O Làng Phô, was so viel wie Dorf und Stadt bedeutet, erzählt uns die fesselnde Geschichte vom Leben auf dem Land und dem Einzug der Globali­sierung. Hauptdarsteller neben den Künstlern ist Bambus. Wie der landestypische Rohstoff als Requisit in die Show eingebunden ist und den waghalsigen akrobatischen Einlagen Anschub gibt, ist genial. Das gilt genauso für den Auftritt von Circolombia. Die kolumbianische Artistengruppe zeigt in der Show Urban das Leben ­Jugendlicher auf den heimischen Straßen – als Drahtseilakt. Insgesamt beeindrucken sechs internationale Ensembles mit ihrem Können. Jede Woche betritt eine neue Zirkusgruppe die Hafenbühne, die fast 3.000 Tribünenplätze bietet. In der letzten Festivalwoche steigt das große Show-Finale – mit einer Eigenproduktion der Autostadt.

© Nouveau Cirque du Vietnam

DIESER SCHWUNG! Komiker, Artisten, Clowns: Beim Sommerfestival verwandelt sich der gesamte Park der Autostadt in eine Open-Air-Bühne. Die Leichtigkeit des Straßen­theaters ist etwas Tolles, denn: Künstler und Publikum kommen sich so nah wie sonst nie. ­Andréanne Thiboutot nutzt die gute Gelegenheit, um uns Besucher in ihr Programm einzubinden. Das ist spannend für die Zuschauer – und für die Künstlerin. Wenn sie einen Freiwilligen zu sich bittet, „verhält sich keiner wie der andere. Es ist immer eine Überraschung für mich“, sagt die Kanadierin. Ihre Show ­Hoopelaï ist das schwungvollste Ein-Frau-­Theater weltweit. Warum man sich da so sicher sein kann? Wegen ihres tollen Hüftschwungs: Wundersam viele Hula-Hoop-­Reifen wirbeln um den Körper von Andréanne Thiboutot, als führten sie ein Eigenleben ohne die Gesetze der Schwerkraft. ­Andréanne Thiboutot vollbringt das Kunststück, mit den kreiselnden Reifen eine romantische Komödie zu erzählen – mit der Künstlerin höchstpersönlich als Hauptdarstellerin: „Eine Frau, die sich ziemlich ungeschickt anstellt und auf dem Weg zur großen Liebe einige Überraschungen erlebt.“

© Nouveau Cirque du Vietnam

MANEGE FREI: Echte Zirkusprofis kennen­lernen, tolle Artistentricks einstudieren: Für ­Kinder und Jugendliche von drei bis 16 Jahren wird dieser Traum wahr. Bei den Mitmach-Angeboten der Autostadt sind sie ­Meister der Balance – auf dem Drahtseil, dem Einrad und auch auf dem Rola-Bola, wo sie auf einem Brett stehend auf dem Zylinder balancieren. Nur mit Bällen lässt sich jonglieren? Von wegen. Im Zirkuskurs werden die Mädchen und Jungen so einiges durch die Luft werfen und wieder auffangen. Und mit den eigenen Körpern eine menschliche Pyramide bauen. Möglich macht’s der schwedische Circus Cirkör. Dessen pädago­gische Abteilung bringt jedes Jahr tausenden Kindern und Jugendlichen Kunststücke nach Lesart des modernen Zirkus bei. Empfehlung für Eltern, die Kinder zwischen drei und sechs Jahren haben: An Sonntagen steht der Familienzirkus für gemeinsame Zirkusnummern auf dem Programm. Auch für Erwachsene gibt’s ein tolles Mitmach-Angebot: Im Comedy-Workshop von Peter Shub, hochdekoriert mit dem silbernen Clown des Zirkusfestivals von Monte Carlo, lernt man die schönste Nummer überhaupt, nämlich ­andere Menschen zum Lachen zu bringen.

 

COOLES KISSEN: Und wenn in der Auto­stadt der Zirkusvorhang mal geschlossen sein sollte? Auch dann gibt’s in den sechs Festivalwochen überall im Park jede Menge zu entdecken. Etwa im Hafenbecken die Solar-Boote und die Sandinsel samt Seilfähre; Kletternetze, Trampoline und auch Slacklines, die zwischen den Bäumen gespannt sind; und ein Riesen-Airtramp – eine überdimensionale Hüpfburg, die ohne Wände auskommt. Apropos groß: Wem bei der lauschigen Tretbootfahrt ein vier Meter hohes Sprungkissen im Hafenbecken begegnen sollte – kurz Anker werfen, raufklettern und loshüpfen. Das Kissen ist eines von vielen mit Wasser oder Luft gefüllten Objekten, die die Autostadt beim internationalen Sommerfestival Cirque Nouveau von der Leine lässt.

boy