Hinter den Kulissen des Wolfsburger Weihnachtsmarktes

Es ist Juli, draußen scheint die Sonne mit Temperaturen jenseits der 30 Grad und bei der Wolfsburg Wirtschaft und Marketing GmbH denkt man an Glühwein, Zuckerstangen und Weihnachtsbäume. Was kurios anmutet, ist die Realität von Frank Hitzschke und seinem Team, dem Bereich Citymanagement der WMG. Gemeinsam organisieren sie den Wolfsburger Weihnachtsmarkt und müssen sich dabei so mancher Herausforderung stellen. Und was unter normalen Bedingungen schon kein leichtes Unterfangen ist, hat sich durch die Folgen der Corona-Pandemie nochmal deutlich verkompliziert.
Frank Hitzschke (2.v.r) mit seinem Team. (c) MSCG

Ende des Jahres beginnt mit Abschluss eines Marktes direkt die Vorbereitung für die nächste weihnachtliche Veranstaltung. Marktbeschicker und Schausteller können sich dann bis zum 31. März mit ihren Angeboten bewerben. „Bei der Auswahl verwenden wir ein Scoring-System, bei dem unter anderem Faktoren wie Service, Angebot, Qualität und Leistung bewertet werden“, erklärt Hitzschke, der sich immer auch über neue Bewerber*i

nnen freut. Während üblicherweise anschließend die Auswahl erfolgt und die weiteren Planungen vorangetrieben werden, ist 2020 alles anders. Großveranstaltungen wurden untersagt und niemand wusste, wie sich die Situation in den folgenden Monaten entwickelt. So konnten die Zulassungen für den Markt in diesem Jahr nur unter Vorbehalt verschickt werden.

Im Mai war den Verantwortlichen schnell klar, dass Alternativen entwickelt werden mussten. Bei der WMG hieß das mehrere Varianten zu konzipieren: Von der regulären Ausgestaltung, über zwei reduzierte Versionen hin bis zu einer möglichen Absage. „Diese Optionenvielfalt war auch bitter nötig, denn die Rahmenbedingungen änderten sich mitunter täglich und wir mussten einfach mehrgleisig fahren, um am Ende auf die jeweiligen Gegebenheiten und Anforderungen reagieren zu können“, betont Hitzschke.

Besonders schwierig sind die ungewissen Planungen aber nicht nur für den Veranstalter, sondern auch für diejenigen, die den Weihnachtsmarkt am Ende mit Leben füllen. Schausteller und Caterer sind in hohem Maße von den Einnahmen abhängig und da führt die Ungewissheit, ob denn ein Event wie geplant stattfinden kann, durchaus auch zu Existenzfragen. Nicht nur deswegen ist die WMG in regelmäßigem engem Austausch mit dem Weihnachtsmarkt-Beirat, der aus vier Mitgliedern der jährlichen Beschicker besteht.

„Gemeinsam mit dem Beirat arbeiten wir dauerhaft an dem Produkt ‚Wolfsburger Weihnachtsmarkt‘“, sagt Hitzschke und verweist auf die lange Liste an Dingen, die es zu überlegen gilt. Da ist zum einen das Inventar, welches keineswegs fehlen darf. Dazu gehören rund 5.000 Tassen, 700 Weihnachtsbäume, 75.000 Programmhefte und vieles mehr. Daneben stehen auch Aspekte wie die Müllentsorgung und das Sortiment immer auf dem Prüfstand. Neben Karussells und weiteren Attraktionen geht es vor allem um ein vielfältiges Speisenangebot. Herausfordernd ist anschließend die Platzierung der Stände auf der Veranstaltungsfläche – denn auch hier gibt es viel zu beachten: Werden Strom, Wasser und Abwasser vom Austeller benötigt? Wie groß ist der Stand? Wo befinden sich Bäume, Säulen und Feuerwehrzufahrten entlang der bespielten Fläche? Unter Berücksichtigung dieser Fragen wird der Belegungsplan erstellt und allen Teilnehmer*Innen anschließend eine konkrete Platzierung zugewiesen.

Zwei Wochen vor Veranstaltungsbeginn ist es dann soweit: Der Aufbau beginnt und spannt das ganze Veranstaltungsteam der WMG ein. „Es gibt viele anspruchsvolle Elemente, die wir installieren müssen“, verrät Hitzschke. Dazu gehört auch die Lichtshow, welche es seit einigen Jahren auf dem Wolfsburger Weihnachtsmarkt gibt und Groß wie Klein immer wieder aufs Neue begeistert. Beim Aufbau wird auf eine Sache besonders geachtet, der in den vergangenen Jahren leider deutlich an Bedeutung gewinnen musste: Die Sicherheit. Hierzu wird gemeinsam mit der Stadt Wolfsburg, der Feuerwehr und der Polizei ein Konzept erarbeitet, dass allen Eventualitäten vorbeugen soll. „Unter anderem kommen Einfahrtssperren zum Einsatz. Die können wir aber mit etwas Deko durchaus weihnachtlich gestalten“, sagt Hitzschke, der die Themen Sicherheit und Aufenthaltsqualität bestmöglich in Einklang bringen möchte.

2020 hat die Corona-Pandemie die ohnehin anspruchsvollen Vorbereitungen nochmal verkompliziert. Erst Mitte September konnte das geplante Konzept bei der Stadt Wolfsburg eingereicht werden, denn es sind die Kommunen, die die Veranstaltungen genehmigen müssen. „Wir haben die Veranstaltungsfläche bis zum Nordkopf erweitert und konnten so alle Bewerber unterbringen“, erklärt Hitzschke mit Blick auf das angepasste Konzept. So gibt es kein Bühnenprogramm und auch die Dauer des Marktes ist leicht gekürzt. „Deshalb vermarkten wir die Veranstaltung in diesem Jahr auch als ‚Adventswochen‘ und nicht als ‚Wolfsburger Weihnachtsmarkt‘“, erklärt Hitzschke, der den Spagat schaffen möchte, die Corona-Auflagen einzuhalten, den Wolfsburger*innen aber dennoch etwas Weihnachtsflair in ihrer Innenstadt bieten zu können.

AS

INFO:

Die Adventswochen finden vom 25. November bis zum 23. Dezember in der Wolfsburger Innenstadt statt. Mehr Informationen gibt es ab November unter www.wolfsburger-adventswochen.de

 

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