Wir brauchen die Bienen

EIKE TÖPPERWIEN IST EINER VON MEHR ALS HUNDERT IMKERN, DIE IM KREIS-IMKERVEREIN WOLFSBURG ORGANISIERT SIND. WAS DIE ANZAHL DER BIENENVÖLKER ANGEHT, IST ER DER GRÖSSTE UNTER IHNEN – DIE MEISTEN MITGLIEDER HABEN WENIGER ALS ZEHN VÖLKER. WILLI SCHEDLER IST VORSITZENDER DER IMKER. IM INTERVIEW ERZÄHLT ER, WAS DER VEREIN SEINEN MITGLIEDERN ZU BIETEN HAT, OB SICH DIE BIENE IN WOLFSBURG WOHLFÜHLT, UND WAS JEDER VON UNS TUN KANN, UM DIE ARBEIT VON IMKERN ZU UNTERSTÜTZEN.

 

DEIN WOLFSBURG: Herr Schedler, wie hat sich der Imkerverein entwickelt?

WILLI SCHEDLER: Seit 1980 bin ich Imker. Damals waren wir 50 Mitglieder, heute sind wir 114. Im Turnus von zwei Jahren richten wir den Imkertag zwischen Harz & Heide aus – mit prominenten Gastrednern. Und wir treffen uns regelmäßig zu Klön- und Schulungsabenden. Für diejenigen, die mit der Imkerei anfangen möchten, bieten wir den Imker-auf-Probe-Kurs an.

DEIN WOLFSBURG: Was passiert in diesem Kurs?

WILLI SCHEDLER: Hier vermitteln wir Theorie und Praxis – also all das, was ein Imker wissen muss. Wer danach richtig mit der Arbeit anfangen möchte, bekommt vom Verein ein Geschenk: ein erstes Bienenvolk.

DEIN WOLFSBURG: Man liest und hört viel vom Bienensterben. Wie geht’s der Biene in Wolfsburg?

WILLI SCHEDLER: Sie mag es, wenn sie viele verschiedene Blütenflächen vorfindet, damit sie sich vielseitig ernähren kann. Deswegen geht’s der Biene eigentlich ganz gut bei uns, auch wenn es von diesen Flächen gerne ein paar mehr geben könnte.

DEIN WOLFSBURG: Was können wir tun?

WILLI SCHEDLER: Wer einen Garten hat, kann die Blumen pflanzen, die die Bienen gerne haben. Wie zum Beispiel die Phacelia – oder auch Büschelschön genannt –, aus der sie nicht nur Nektar, sondern auch Pollen sammeln können. Im Prinzip mag die Biene alle Blüten, die off en sind.

DEIN WOLFSBURG: Und wer keinen Garten hat?

WILLI SCHEDLER: Der kann die Arbeit der regionalen Imker belohnen, indem er den Honig bei ihnen kauft.

DEIN WOLFSBURG: Warum ist Ihre Arbeit so wichtig?

WILLI SCHEDLER: Weil wir die Biene brauchen. Die wenigsten wissen, dass sie nach Rind und Schwein unser drittwichtigstes Nutztier ist – wegen der Bestäubungsleistung.