Wolfsburger Geheimnissen auf der Spur

Klassische Reiseführer kennt jeder, sie füllen die Bücherregale fast aller interessierten Touristen. Auch über Wolfsburg gibt es natürlich entsprechende Lektüre, mindestens ein Dutzend an der Zahl. Aber geht es ihnen nicht auch so, dass sie gern über das historische oder kulturelle Wissen hinaus etwas ganz besonderes über eine Stadt erfahren möchten? Etwas, was nicht viele kennen, was vielleicht sogar noch ein kleines Geheimnis ist?

Solch ein Buch ist demnächst unter dem Namen „Wolfsburger Geheimnisse – 50 spannende Geschichten aus Deutschlands Auto-Hauptstadt“ über Wolfsburg zu erwerben – geschrieben von Eva-Maria Bast, Schriftstellerin und Gründerin der Buchreihe „Geheimnisse der Heimat“, und Cathérine Fischer, einer Münchner Lektorin und Stadtführerin. Rund 40 „Geheimnisbücher“ hat Bast bereits mit Co-Autorinnen und -Autoren verfasst. Cathérine Fischer hatte von der Bast Medien GmbH die spannende Aufgabe, Geheimnisse über Wolfsburg zu erfahren und aufzuschreiben. Dazu suchte sie im Herbst letzten Jahres „Geheimnispaten“ aus Wolfsburg, die ihr beispielweise Geschichten und Kuriosa erzählten, die sich an einem bestimmten Ort abgespielt haben sollen, versteckte Überbleibsel vergangener Ereignisse zeigten, an denen die Menschen achtlos vorbeigehen, weil sie sie schlichtweg nicht kennen. Jeder Geheimnispate konnte bis zu fünf Geschichten einbringen, die Cathérine Fischer daraufhin recherchierte. Dabei half ihr auch das Stadtarchiv Wolfsburg. Cathérine Fischer war von Wolfsburg positiv überrascht, verrät sie, vor allem, da sie erwartet hatte, dass es schwierig werden würde, Historisches in der vergleichsweise jungen Stadt zu erkunden. Aber auch in Ortsteilen der jungen VW-Stadt wurde sie dank kundiger Paten fündig, zum Beispiel in Vorsfelde und Fallersleben.

Wer waren die Paten, die Geheimnisse oder Kurioses über Wolfsburg berichteten? Waren es Historiker, Stadtführer, Alteingesessene? Ganz und gar nicht, verrät Fischer. Es haben sich zwar auch zwei Gästeführerinnen und gebürtige Wolfsburger beteiligt, aber es waren auch ein Mitarbeiter des phaeno, das rührige Ehepaar Kulbe, der Künstler Paul Kaminski, der ganz normale Nachbar um die Ecke, ein Mitglied des Heimatvereins Vorsfelde und Studenten – von Jung bis Alt haben rund zwanzig Geheimnispaten zu einem spannenden Geschichtenbuch beigetragen. Cathérine Fischer, die vier Tage in Wolfsburg zubrachte, resümiert: „Es war eine ganz ungewohnte Weise, eine Stadt kennenzulernen. Mit den Menschen, die dort leben. Mit dem Blick auf das Verborgene, das in keinem Reiseführer steht.“ Unterstützt hat diese Aktion die Presse, und zwar die Wolfsburger Nachrichten, die als Kooperationspartner schon vorab über einige Geheimnisse berichtete. Auf einen sicherlich fast vergessenen Ort sei bereits im Voraus einmal hingewiesen – aber des Rätsels Lösung wird noch nicht verraten. Es handelt sich um noch sichtbare Fliesen, die langsam in wucherndem Moos versinken. Sie lassen sich in der Sauerbruchstraße aufspüren, und zwar am Fuße des Klieversbergs. Woher könnten die eingelassenen Fliesenstücke stammen? Welche Geschichte steckt dahinter? Gehen Sie doch mal auf Spurensuche! Als Geheimnispate für diese Anekdote erzählte der Wolfsburger Künstler Ali Altschaffel Cathérine Fischer seine Erinnerungen an diesen Ort. Oder kennen Sie die Geschichte, die sich um den Mühlenstein am Schillerteich rankt? Und was hat es mit den Mosaiksteinen am Pfauenbrunnen auf sich? Und auch in Fallersleben hat sich ein ganz besonderer „Fall“ abgespielt.

In der Langen Straße in Vorsfelde findet der interessierte Spaziergänger ein Schild mit einem Schwan über einem Hauseingang. Hat er eine besondere Bedeutung oder hießen die Besitzer einfach nur „Schwan“? Das Geheimnis dazu lüftete der Vorsitzende des Heimatvereins Vorsfelde. Es hat etwas mit der Religionszugehörigkeit der Bewohner zu tun, so viel sei schon mal verraten. Kennen Sie die „Straße der Schützenkönige“? Können Sie sich vorstellen, was es damit auf sich hat? Hier stand ein Nachbar der Geschichte Pate, die einen kleinen Weg in Wolfsburg betrifft. Dass in Wolfsburg auch ein berühmter Illustrator lebte, wissen sicherlich nur wenige Wolfsburger. Seine Kunst zeigt sich an vielen Hausmalereien in Wolfsburg, zum Beispiel am Brandenburger Platz. Wer ist er und welches berühmte Buch hat er bebildert? Falls Sie demnächst mal in der Nähe des phaeno vorbeikommen, dann gehen Sie doch mal in den Empfangsbereich, der öffentlich zugänglich ist. Dort befindet sich von der Architektin Z.H. ein unscheinbares Geheimnis mit großer Wirkung. Wer suchet, der findet… In diesem Sinne, viel Spaß beim Entdecken und Rätseln. Die

Leser dürfen auf fünfzig Kuriosa über die Stadt Wolfsburg gespannt sein. Entstanden ist ein launig geschriebenes Geschichtenbuch über Wolfsburg von Wolfsburgern für Wolfsburger – und andere. Ab Herbst ist das Regionalprodukt im Buchhandel erhältlich.

BM

„Wolfsburger Geheimnisse – 50 spannende Geschichten aus Deutschlands Auto-Hauptstadt“ Autorinnen: Eva-Maria Bast und Cathérine Fischer, Verlag: Bast Medien GmbH erschienen in der Buchreihe „Geheimnisse der Heimat“ Preis: 14,90 Euro ISBN: 978-3-946581-18-