Zu Gast beim VfR Eintracht Nord e. V.

IN DER WOLFSBURGER NORDSTADT, ZWISCHEN STÄDTISCH EM WALDFRIEDHOF UND DEM STADTTEIL KREUZHEIDE, LIEGT DIE SPORTANLAGE DES VFR EINTRACHT NORD E.V. DER TRADITIONSVEREIN BLICK TAUF EINE BEWEGTE GESCHICHTE ZURÜCK, DIE NICHT IMMER LEICHT WAR. AKTUELL WIRD IM NORDEN WOLFSBURGS WIEDER GROSSES GELEISTET. SO HAT MAN NICHT NUR EINEN WASCHECHTEN WELTMEISTER IN SEINEN REIHEN, SONDERN LEGT SICH AUCH SOZIAL MÄCHTIG INS ZEUG.

Die Wurzeln des Vereins reichen bis in die Nachkriegszeit zurück. 1951 wurde der VfR Alt-Wolfsburg gegründet. 17 Jahre später folgte die Fusion mit dem Eintracht Nord e.V. zum VfR Eintracht Wolfsburg. Es folgten sportlich gute Jahre, in denen vor allem die Tennissparte Ende der 80er und Anfang der 90er für Furore sorgte. Dann die Zäsur 1996: „Der Verein ging in die Insolvenz und drohte von der Bildfläche zu verschwinden“, erklärt Wolfgang Aschen, 1. Vorsitzender des Vereins. „Die Tennisanlage ging leider ebenso verloren wie das Vereinsheim, das heutige Neptun im Kreuzheider Krug.“

Stumme Zeugen dieser Zeit sind die 12 Tennisplätze, die – teils stark zugewuchert – seit Jahren nicht mehr bespielt werden. Was folgte, war genauso märchenhaft wie eindrucksvoll. Unter dem mittlerweile verstorbenen Ehrenvorsitzenden Rainer Thiede begann eine neue Ära. Der VfR Eintracht Nord e.V. Wolfsburg wurde in der heute bekannten Form wie Phönix aus der Asche aus der Taufe gehoben und befindet sich seitdem in ruhigem Fahrwasser. Das Stadion wird in Eigenregie bewirtschaftet, und seit 2014 gibt es einen Kunstrasenplatz neuester Generation. „Besonders stolz sind wir auf unser 2013 eingeweihtes Rainer-Thiede-Vereinsheim“, betont Aschen.

Sportlich ist der Verein aktuell in vier Sparten gegliedert. Fußball wird für Männer, Frauen, Jugendliche und Kinder angeboten. Daneben gibt es eine Turnsparte und Gymnastikgruppen. Aushängeschild des Vereins ist nun schon über mehrere Jahre vor allem die Crossminton-Gruppe. Als Wobspeeders gehen sie bundesweit auf Punktejagd und haben dabei schon einige Titel geholt. In ihren Reihen spielt Nationalspieler und Doppelweltmeister Robin Joop, der auch schon mehrere Deutsche Meistertitel gewann. Die Wobspeeders spielen regelmäßig bei Turnieren im In- und Ausland. Seit Gründung und Start des Ligaspielbetriebes im Jahr 2012 gehen die Wobspeeders als Favorit in die Saison. Hier konnten die Nordstädter in den letzten zwei Jahren den Nordtitel erringen und kamen bei den Endrunden immer ins Halbfinale.

Um den Gesamtverein fit für die Zukunft zu machen, ist weiterhin bodenständige Arbeit im Vorstand nötig, weiß Wolfgang Aschen: „Ein großes Problem für uns ist der demografische Wandel. Durch die Überalterung der Nordstadt sind unsere Mitgliederzahlen immer wieder rückläufig! Diesen Trend zu durchbrechen hat bei uns gegenwärtig höchste Priorität.“

(c) Roy Ender

Dabei vergessen die Verantwortlichen nicht ihre Wurzeln und engagieren sich vielfach für soziale Projekte. „Unter dem Motto ‚Hand in Hand – Gemeinsam für Kids‘ gab es im Eintracht-Stadion im August ein Benefiz-Event zugunsten des Bundesverbandes Kinderhospiz. Wir hatten rund 1.000 Gäste auf dem Vereinsgelände und mit ihnen konnten knapp 8.000 Euro für den guten Zweck gesammelt werden“, freut sich Aschen. Gewinner gibt es beim VfR Eintracht Nord halt nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz.

AS