Japan trifft Wolfsburg

Wolfsburg ist stolz auf seine Internationalität. Rund 150 verschiedene Nationalitäten haben ihre Heimat in und um Wolfsburg gefunden. Darunter auch Yuko Hanssler – sie ist hier eine von circa 60 Japaner*innen. Sie und ihr Ehemann Markus haben sich vor 13 Jahren in Japan kennen und lieben gelernt.

Yuko und Markus Hanssler sind ein deutsch-japanisches Ehepaar, deren beider Herzen für die japanische Kultur schlagen. Markus leitet innerhalb des VfL Wolfsburg die Kyūdō-Abteilung, die für die japanische Kunst des Bogenschießens begeistert (siehe Seite 56). Und Yuko engagiert sich in der Deutsch-Japanischen Gesellschaft e. V. Region Braunschweig – Peine – Wolfsburg, kurz DJG.

Der Verein existiert seit 1983 und zählt zurzeit rund 200 Mitglieder. Er kümmert sich um die deutsch-japanischen Beziehungen in der Region. Er will japanischen Gästen – seien es Geschäftsleute oder junge Menschen – Deutschland und seine Gepflogenheiten näherbringen. Umgekehrt vermittelt die DJG den Menschen aller Nationalitäten einen Einblick in das japanische Leben, z. B. durch Vorträge und Konzerte.

Wolfsburg ist oft Ziel japanischer Gästegruppen, und das nicht nur aufgrund seiner automobilen Ausrichtung. Seit 2011, dem Beginn der Städtefreundschaft mit Toyohashi, gibt es einen regen Austausch, der sich vor allem auf die Bereiche Jugend, Bildung, Kultur und Sport erstreckt. Die DJG initiierte in diesem Zusammenhang beispielsweise ein Programm für japanische Schüler*innen, die mit ihren Lehrern*innen das duale Berufsausbildungssystem in Deutschland kennenlernen wollen. Aber nicht nur Jugendliche profitieren vom Engagement der DJG, sondern auch städtische Mitarbeiter*innen. Sie erhalten einen wechselseitigen Einblick in die Arbeitsweisen verschiedener Bereiche der Stadtverwaltung. Einen Monat lang schnuppern sie in den Arbeitsalltag des jeweiligen anderen Landes hinein. Auch Musikschüler*innen, Marathonläufer*innen und sogar Spitzenköche*innen sammelten im Rahmen eines Austauschprogramms spannende Erfahrungen – und kamen sicherlich mit erstaunlichen Geschichten aus dem jeweils anderen, fernen Land heim. Überdies unterstützt die DJG den Besuch von Praktikanten*innen aus Nagoya bei Volkswagen, denn eines haben die beiden Städte gemeinsam: Die Automobilherstellung prägt und bereichert ihre jeweilige Stadt.

Wie engagiert sich nun Yuko Hanssler in der Deutsch-Japanischen Gesellschaft? Das erzählt die 41-Jährige bei einem geräucherten grünen Tee. Sie tut das, was sie gelernt hat. Die Lehrerin für Japanisch als Fremdsprache veranstaltet einmal im Monat im Verein einen „Abend der japanischen Konversation“. Bis zu 20 Gäste kommen dann zum Erfahrungsaustausch oder einfach nur zum Plaudern zusammen. Besonders deshalb bietet sie das Treffen auch gerne an, weil sie damit Deutsche beim Erlernen der völlig anderen Sprache und Schrift ermutigen bzw. unterstützen kann. Und auch, um „endlich mal wieder Japanisch reden zu können“, gibt sie lächelnd zu. Ihre Sprache bringt sie auch als Lehrkraft für Japanisch an einem Gymnasium in der Region ein. Hier kann sie ihre Herkunft hervorragend mit ihrer jetzigen Heimat verbinden. Deutsch spricht Yuko Hanssler unterdessen sehr gut, denn „wenn man hier leben will, muss man schon Deutsch sprechen“, ist die fröhliche Deutsch-Japanerin überzeugt. Sie ist vollends in Deutschland – und in Wolfsburg – angekommen, das merkt man.

BM

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